Zielgruppenanalyse im Immobilienmarketing: So finden Makler die richtige Zielgruppe
In Zeiten veränderter Finanzierungskosten, regional unterschiedlicher Nachfrage und einer zurückhaltenden Baukonjunktur ist es besonders wichtig, das Potenzial des Immobilienmarketings voll auszuschöpfen. Doch wie können Sie sicherstellen, dass sich die Investition in Marketingmaßnahmen auch wirklich lohnt? Indem Sie eine gezielte Zielgruppenanalyse durchführen und die Bedürfnisse potenzieller Käufer oder Mieter genau kennen.
Denn nur so lassen sich erfolgreiche Verkaufs- oder Vermietungsstrategien für jede Immobilie entwickeln, die von Anfang an auf die Wünsche der Zielgruppe zugeschnitten sind. Stellen Sie also jetzt die Weichen für eine erfolgreiche Immobilienvermarktung: Wir zeigen, welche Daten Sie benötigen, wie die Analyse abläuft und wie Sie die Ergebnisse praktisch einsetzen.

Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine Zielgruppenanalyse für Immobilienmakler?
- Zielgruppen im Immobilienmarkt: Marketing gewinnt an Bedeutung
- Welche Daten benötigen Immobilienmakler für die Zielgruppenanalyse?
- Zielgruppenanalyse für Immobilien in fünf Schritten
- Von der Analyse zur Zielgruppenmatrix
- Ihr erfolgreiches Marketing für verschiedene Zielgruppen
- Typische Fehler bei der Zielgruppenanalyse
- Wie lässt sich der Erfolg messen?
- Fazit: Zielgruppenkenntnis macht Immobilienmarketing präziser
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Zielgruppenanalyse zeigt, welche Käufer, Mieter oder Eigentümer zu einer Immobilie und zum jeweiligen Vermarktungsziel passen.
- Entscheidend sind nicht nur Alter oder Haushaltsform, sondern vor allem Bedarf, Budget, Nutzungsmotiv, Standortpräferenzen und Entscheidungszeitpunkt.
- Belastbare Zielgruppenprofile basieren auf Objekt- und Marktdaten, CRM-Informationen, Suchanfragen sowie direktem Interessentenfeedback.
- Die Ergebnisse bestimmen, welche Objektvorteile im Exposé hervorgehoben und welche Vermarktungskanäle genutzt werden sollten.
- Zielgruppenannahmen sollten während der Vermarktung regelmäßig anhand qualifizierter Anfragen, Besichtigungen und Absagegründe überprüft werden.
Was ist eine Zielgruppenanalyse für Immobilienmakler?
Kurz erklärt: Eine Zielgruppenanalyse im Immobilienmarketing ermittelt, welche Käufer, Mieter oder Eigentümer zu einem konkreten Objekt und Vermarktungsziel passen. Dafür betrachten Immobilienmakler unter anderem Lebensphase, Budget, Finanzierungsstatus, Nutzungsmotiv, Standortpräferenzen und Informationsverhalten. Aus den Ergebnissen lassen sich passende Exposé-Schwerpunkte, Vermarktungskanäle und Kontaktangebote ableiten.
Zielgruppen im Immobilienmarkt: Marketing gewinnt an Bedeutung
Im Vergleich zu anderen Branchen, wie dem Einzelhandel, stand die Kundenorientierung in der Immobilienbranche während ausgeprägter Verkäufermärkte teilweise weniger im Mittelpunkt. Wie stark Käufer oder Verkäufer aktuell am längeren Hebel sitzen, unterscheidet sich jedoch je nach Region, Immobilientyp, Preisniveau und Finanzierungsumfeld. Deshalb sollten Sie die jeweilige Marktlage regelmäßig anhand aktueller Daten prüfen und Ihre Marketingaktivitäten gezielt auf potenzielle Käufer, Mieter oder Eigentümer ausrichten.
Eine erfolgreiche Marketingstrategie hängt davon ab, dass man genau weiß, wer die Zielgruppe ist. Als Makler bedienen Sie dabei grundsätzlich verschiedene Gruppen:
- Privatpersonen: Einzelpersonen, Paare oder Familien, die eine Immobilie als Eigenheim kaufen oder zur Miete suchen.
- Investoren: Privatpersonen oder Unternehmen, die eine Immobilie als Kapitalanlage erwerben wollen.
- Gewerbetreibende: Unternehmen, Selbstständige oder Organisationen, die eine Immobilie für ihren Betrieb kaufen oder mieten möchten.
- Eigentümer und Vermieter: Personen oder Unternehmen, die für Verkauf, Vermietung oder Bestandsentwicklung einen Makler suchen.
Innerhalb dieser Gruppen gibt es viele Untergruppen: von Singles über Familien und Mehrgenerationenhaushalte bis zu Senioren, vom Angestellten bis zur selbstständigen Unternehmerin. Eine belastbare Zielgruppe entsteht deshalb nicht allein über Alter oder Geschlecht, sondern über eine Kombination aus Bedarf, Lebenssituation, Budget, Immobilienart, Standort und Entscheidungsverhalten.

Welche Daten benötigen Immobilienmakler für die Zielgruppenanalyse?
Die Analyse sollte nicht ausschließlich auf einem fiktiven Idealprofil beruhen. Nutzen Sie mehrere Datenquellen und unterscheiden Sie dabei zwischen beobachteten Fakten und Annahmen, die noch überprüft werden müssen:
- Objektdaten: Wohn- oder Nutzfläche, Zimmerzahl, Kaufpreis oder Miete, Zustand, Energieeffizienz, Barrierefreiheit, Außenflächen und Ausbaupotenzial.
- Standortdaten: Nahversorgung, Schulen, medizinische Angebote, ÖPNV, Pendelwege, Freizeitangebote und lokale Preisentwicklung.
- CRM– und Interessentendaten: Suchprofile, Budgetrahmen, bevorzugte Lagen, Reaktionszeiten, Besichtigungen und Absagegründe.
- Marktdaten: Vergleichsangebote, Vermarktungsdauer, Transaktions- und Finanzierungsumfeld sowie Nachfrage nach bestimmten Objekttypen.
- Direktes Feedback: Gespräche mit Eigentümern und Interessenten, Besichtigungsfeedback, kurze Befragungen und häufige Rückfragen.
- Digitale Daten: Suchbegriffe, Website-Nutzung, Portal-Anfragen, Newsletter-Interaktionen und Kampagnenergebnisse, jeweils im rechtlich zulässigen Rahmen.
Zielgruppenanalyse für Immobilien in fünf Schritten
- Immobilie und Vermarktungsziel definieren. Legen Sie fest, ob verkauft oder vermietet werden soll und welche Objektmerkmale tatsächlich differenzieren. Eine marktgerechte Bewertung bildet dabei die Basis.
- Markt und Standort einordnen. Prüfen Sie, welche vergleichbaren Immobilien angeboten werden, welche Nachfrage besteht und welche Standortmerkmale für unterschiedliche Nutzungssituationen relevant sind.
- Zielgruppen segmentieren. Gruppieren Sie Interessenten nach Nutzungsmotiv, Lebensphase, Budget, Finanzierungsstatus, Flächenbedarf, Lagepräferenzen und Entscheidungszeitpunkt.
- Hypothesen validieren und priorisieren. Gleichen Sie das Zielprofil mit CRM-Daten, Portal-Anfragen, Gesprächen und Besichtigungsfeedback ab. Priorisieren Sie Haupt- und Nebenzielgruppen, statt ein Objekt für alle gleich zu bewerben.
- Botschaften, Kanäle und Erfolgsmessung ableiten. Bestimmen Sie für jede priorisierte Gruppe, welche Objektvorteile relevant sind, über welche Kanäle sie erreicht wird und anhand welcher Kennzahlen Sie die Wirkung beurteilen.
Von der Analyse zur Zielgruppenmatrix
Eine kompakte Matrix hilft, die Ergebnisse in konkrete Vermarktungsentscheidungen zu übersetzen. Das folgende Muster kann für jedes Objekt angepasst werden:
Segment | Bedarf und Beleg | Botschaft und Kanal | Messgröße |
|---|---|---|---|
Familie mit Kindern | Mehrere Zimmer, Außenfläche, Schulen und Alltagserreichbarkeit; geprüft über Objekt- und Standortdaten | Familientaugliche Nutzung konkret zeigen; Portale, Website, Social Media und lokale Netzwerke | Qualifizierte Anfragen, Besichtigungsquote, Rückfragen zu Finanzierung |
Älteres Paar | Stufenarme Zugänge, passender Flächenbedarf, ÖPNV und Versorgung; Präferenzen im Gespräch validieren | Komfort und verlässliche Begleitung; digitale und lokale Kanäle kombinieren | Anfragen nach Kanal, Beratungstermine, Rückmeldungen zur Zugänglichkeit |
Gewerbebetrieb | Fläche, Erreichbarkeit, Stellplätze, Vertragsbedingungen und Ausbauoptionen | Effizienz und Nutzungspotenzial belegen; Fachportale, Website, Business-Netzwerke und Direktansprache | Qualifizierte Leads, Unterlagenabrufe, Besichtigungen, Abschlussdauer |
Ihr erfolgreiches Marketing für verschiedene Zielgruppen
Nachfolgend stellen wir Ihnen anhand einiger Beispiele passende Marketingmaßnahmen vor und zeigen, worauf Sie dabei achten sollten. Fragen Sie sich für die Eingrenzung genau: Wer könnte eine passende Zielgruppe für eine Immobilie sein? Was ist ihr wichtig? Wie informiert sie sich? Welche Medien nutzt sie? Gleichzeitig muss immer deutlich werden, welche Vorteile das Objekt gegenüber anderen Immobilien für die konkrete Zielgruppe hat.
Grundsätzlich ist eine marktgerechte Bewertung immer die Basis für eine erfolgreiche Vermarktung. Können Sie bereits eine voraussichtliche Vermarktungsdauer festlegen? Dies erleichtert die Planung verschiedener Maßnahmen. Bauen Sie langfristig ein Netzwerk aus Maklern, Architekten und anderen Branchenkontakten auf, die Ihnen bei der Vermarktung der Immobilie helfen.
Beispiel 1: Familie mit Kindern möchte sich vergrößern
Für das erste Anwendungsbeispiel betrachten wir eine junge Familie auf der Suche nach dem ersten Eigenheim. Wer innerhalb der Familie recherchiert und wie die Entscheidung getroffen wird, sollte nicht pauschal vorausgesetzt werden. Fragen Sie stattdessen im Erstkontakt nach Rollen, Prioritäten und möglichen Entscheidungshürden. Die Vorzüge der Immobilie, die für eine Familie mit Kindern besonders attraktiv sind, sollten Sie im Exposé in den Vordergrund stellen.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Platz: Betonen Sie die Größe der Wohnfläche und die Anzahl der Zimmer, damit Interessenten den verfügbaren Platz realistisch einschätzen können.
- Garten oder Balkon: Wenn es einen Außenbereich gibt, zeigen Sie mögliche Nutzungen für Kinder und Erwachsene.
- Parkplatz oder Garage: Stellen Sie vorhandene Stellplätze, Fahrradabstellmöglichkeiten und Ladeinfrastruktur konkret dar.
- Lage: Gibt es Schulen, Kindergärten, Parks oder Freizeitangebote in der Nähe? Nennen Sie überprüfbare Entfernungen statt allgemeiner Aussagen.
- Sicherheit: Beschreiben Sie vorhandene Merkmale wie Einbruchschutz, sichere Fenster und Türen oder verkehrsberuhigte Bereiche sachlich.
- Potenzial für die Zukunft: Falls sich der Flächenbedarf verändert, sollten Sie belegbare An- oder Ausbaumöglichkeiten wie einen ausbaubaren Dachboden ansprechen.
Heben Sie diese Aspekte im Text hervor und zeigen Sie sie auch auf den Objektaufnahmen. Bei einer anschließenden Besichtigung sollten Sie diese Punkte ebenfalls gezielt präsentieren. Informieren Sie sich über umliegende Kindergärten, Schulen und eventuell Sportvereine. Auch die Anbindung an Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsorte und medizinische Versorgung kann eine wichtige Rolle spielen.
Damit die Familie Sie als Makler findet, sollten Sie eine suchmaschinenoptimierte Website haben. Erstellen Sie mindestens eine Unterseite, die sich gezielt an Kaufinteressenten richtet und Ihre Leistungen in diesem Bereich aufzeigt. Eine Unterseite zur Finanzierungsvermittlung kann weitere Fragen klären. Vermeiden Sie jedoch pauschale Aussagen zur Eigenkapitalsituation: Fragen Sie den Finanzierungsstatus im zulässigen und für die Vermittlung erforderlichen Umfang ab.
Ein Interessentenformular vereinfacht die Kontaktaufnahme, und der Kaufinteressent kann sich direkt in Ihre Kundendatenbank eintragen. So können Sie, bei vorliegender Rechtsgrundlage und sauber dokumentierten Präferenzen, passende Newsletter oder Immobilienangebote versenden. Mit regelmäßigen, relevanten Blogbeiträgen zum Immobilienkauf und verwandten Themen positionieren Sie sich als Experte.
Setzen Sie insgesamt auf Online-Inserate und, je nach Objekt und Zielgruppe, auf Immobilienportale. Nutzen Sie dort konkrete Such- und Ausstattungsmerkmale. Auch Social Media kann sinnvoll sein, sofern Ihre Daten zeigen, dass Sie die Zielgruppe dort erreichen. Ergänzend eignen sich lokale Maßnahmen wie Kooperationen mit Vereinen oder Werbung an relevanten Orten. Statt davon auszugehen, dass die Zielgruppe dort „mit Sicherheit“ vertreten ist, sollten Sie Herkunft und Qualität der Anfragen je Kanal messen.
Bieten Sie Interessenten Besichtigungstermine an, die mit familiären Verpflichtungen vereinbar sind. So können sich alle beteiligten Personen ein Bild von der Immobilie machen.
Beispiel 2: Seniorengerechte Vermarktung
Unser zweites Beispiel analysiert die Bedürfnisse eines älteren Paares, das seine eigene Immobilie verkaufen möchte und eine altersgerechte Alternative sucht. Als neues Zuhause können Immobilien mit folgenden Eigenschaften infrage kommen: ebenerdiger oder stufenarmer Zugang, ein geeignetes Bad, ein kleiner Garten oder Balkon, eine passende Wohnfläche, eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie kurze Wege zu Einkaufsmöglichkeiten und Ärzten. Welche Kriterien tatsächlich entscheidend sind, muss im Gespräch geklärt werden. Relevante Eigenschaften gehören konkret und überprüfbar in das Exposé.
Auch diese Zielgruppe ist nicht einheitlich. Eine rein altersbasierte Annahme über geringe Internetaffinität greift zu kurz: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nutzten 2025 bereits 90 Prozent der 65- bis 74-Jährigen das Internet. Gleichzeitig können Kinder oder andere Vertrauenspersonen an der Suche beteiligt sein. Finden Sie daher eine Balance aus digitalen und persönlichen Kontaktwegen, die zu den tatsächlichen Präferenzen passt.
Mögliche Marketingmaßnahmen sind:
- Zielgruppenorientierte Werbung: Schalten Sie Anzeigen in regionalen oder zielgruppenspezifischen Medien, wenn deren Reichweite für Ihr Objekt plausibel ist. Betonen Sie konkrete Merkmale wie stufenarme Zugänge, geeignete Duschen oder einen Aufzug.
- Online Marketing: Stellen Sie auf Ihrer Website eine passende Themenseite bereit. Beiträge zum Wohnen im Alter können Senioren und beteiligte Angehörige erreichen. Achten Sie auf eine gut lesbare, übersichtliche und einfach bedienbare Website mit leicht auffindbarer Kontaktmöglichkeit.
- Flyer und Broschüren: Verteilen Sie informative Unterlagen gezielt an geeigneten Orten. Ein gedrucktes Exposé und eine Visitenkarte können bei Terminen sinnvoll sein. Achten Sie auf gut lesbare Schrift, klare Kontraste und verständliche Sprache.
- Empfehlungen: Aktivieren Sie lokale Kontakte und Ihr bestehendes Netzwerk, ohne vertrauliche Informationen über Eigentümer oder Interessenten offenzulegen.
- Zusammenarbeit mit Maklern und Dienstleistern: Nutzen Sie regionale Kooperationen, wenn sie die Suche, den Verkauf oder den Umzug nachweislich erleichtern.
- Finanzierungsmöglichkeiten einordnen: Weisen Sie auf mögliche Modelle hin, ohne eine individuelle Finanz- oder Rechtsberatung zu ersetzen. Binden Sie bei Bedarf qualifizierte Fachleute ein.
- Flexibilität zeigen: Planen Sie ausreichend Zeit für Beratung, Unterlagenprüfung und gemeinsame Entscheidungen ein, ohne aus dem Alter auf ein bestimmtes Entscheidungstempo zu schließen.
Bedenken Sie auch, dass die bisherige Immobilie möglichst passend zum Einzug in das neue Zuhause verkauft werden soll. Bieten Sie eine koordinierte Abwicklung an und vermitteln Sie bei Bedarf zuverlässige Dienstleister. Vor-Ort-Termine oder ein individueller Begleitservice können sinnvoll sein. Welche Leistungen gewünscht werden, sollte Teil der Bedarfsanalyse sein.
Beispiel 3: Geschäftsräume für das Business
Das letzte Beispiel betrachtet einen mittelständischen Betrieb mit rund zehn Beschäftigten, der neue Räumlichkeiten für seinen Firmensitz sucht. Geschlecht, Alter oder Familienstand der Geschäftsführung sind für das Zielprofil nur relevant, wenn sie einen belegbaren Einfluss auf die Immobiliensuche haben. Entscheidend sind vielmehr Nutzungszweck, Flächenbedarf, Wachstumsplanung, Budget, Vertragsanforderungen und der Entscheidungsprozess im Unternehmen.
Gesucht wird in diesem Beispiel eine Immobilie zur Miete mit ausreichend Platz für Arbeitsplätze sowie präsentablen Besprechungsräumen, in denen Kunden empfangen werden können. Parkmöglichkeiten für Mitarbeitende und Kunden sollten ebenfalls zur Verfügung stehen. Optimal wäre eine zentrale Lage mit guter Verkehrsanbindung. Eine Immobilie zum Kauf mit Potenzial als Kapitalanlage kann ebenfalls infrage kommen. Hier können vielfältige Immobilientypen passen; setzen Sie sich deshalb in Ruhe mit dem Nutzungspotenzial der Immobilie auseinander.
Um eine Immobilie gezielt zu vermarkten, können Sie folgende Marketingmaßnahmen ergreifen:
- Online-Präsenz: Erstellen Sie eine professionelle, suchmaschinenoptimierte Website mit einer eigenen Seite für Immobilienangebote im Gewerbebereich. Verlinken Sie Referenzen und stellen Sie technische Daten, Grundrisse, Flächen und Vertragsparameter schnell erfassbar bereit. Sorgen Sie für eine gute mobile Darstellung.
- Fachcontent: Mit zielgruppengerechten Blogbeiträgen zeigen Sie Expertise im Gewerbebereich und beantworten typische Fragen zu Mietverträgen, Flächenplanung, Ausbau und Standortwahl.
- Business-Netzwerke: Nutzen Sie je nach Zielgruppe LinkedIn, XING oder relevante Branchenplattformen. Wählen Sie Kanäle anhand realer Reichweiten- und Anfragedaten statt aufgrund eines angenommenen Nutzungsverhaltens.
- Direktmarketing: Senden Sie personalisierte E-Mails oder Postkarten nur im rechtlich zulässigen Rahmen. Für Werbung per elektronischer Post ist grundsätzlich eine ausdrückliche Einwilligung erforderlich; § 7 Absatz 3 UWG enthält eine eng begrenzte Ausnahme für bestehende Kundenbeziehungen. Lassen Sie Kampagnen im Zweifel rechtlich prüfen.
- Printwerbung: Schalten Sie Anzeigen in relevanten Fachzeitschriften oder regionalen Wirtschaftsmedien, wenn diese Ihre Zielunternehmen tatsächlich erreichen.
Besichtigungen sollten Sie auch außerhalb klassischer Geschäftszeiten anbieten, wenn dies zum Terminbedarf des Unternehmens passt. Mit einer virtuellen Tour, detaillierten Fotos sowie einem Video gestalten Sie den Besichtigungsprozess effizienter. Bereiten Sie sich umfassend auf alle Termine vor und beantworten Sie Fragen präzise. Präsentieren Sie beispielsweise belastbare Angaben zu Rendite, Nutzungsmöglichkeiten, Ausbauoptionen oder Vertragskonditionen.
Schneller Kontakt für Ihre Zielgruppen
Für jede Zielgruppe ist besonders wichtig, dass Anfragen schnell und zuverlässig bearbeitet werden. Wie sich Teile dieses Prozesses automatisieren lassen, zeigt z. B. der Anfragenmanager von onOffice enterprise.



Typische Fehler bei der Zielgruppenanalyse
- Die Zielgruppe nur über Alter, Geschlecht oder Familienstand definieren.
- Personas erfinden, ohne sie mit realen Daten oder Gesprächen zu überprüfen.
- Ein Objekt gleichzeitig für zu viele Zielgruppen mit derselben Botschaft vermarkten.
- Ausstattungs- und Lagevorteile behaupten, ohne konkrete Nachweise oder Entfernungen zu nennen.
- Kanäle nach Bauchgefühl auswählen und nicht erfassen, welche Anfragen tatsächlich qualifiziert sind.
- Die Perspektive von Eigentümern, Mitentscheidern oder gewerblichen Entscheidungsgremien übersehen.
Wie lässt sich der Erfolg messen?
Definieren Sie vor dem Start wenige Kennzahlen, die zum Vermarktungsziel passen. Dazu gehören beispielsweise die Zahl qualifizierter Anfragen, die Besichtigungsquote, die Zeit bis zur ersten passenden Anfrage, Rückfragen zu bestimmten Objektmerkmalen, Absagegründe, Kosten je qualifiziertem Kontakt und die Vermarktungsdauer. Entscheidend ist nicht allein die Reichweite, sondern ob die angesprochenen Personen tatsächlich zum Objekt passen.
Dokumentieren Sie außerdem, welche Zielgruppenannahmen bestätigt oder widerlegt wurden. So entsteht aus jeder Vermarktung eine bessere Datengrundlage für das nächste Objekt.
Fazit: Zielgruppenkenntnis macht Immobilienmarketing präziser
Eine gute Zielgruppenanalyse verbindet Objektkenntnis mit überprüfbaren Daten über Markt, Standort und Interessenten. Sie hilft Maklern, relevante Objektvorteile klar zu benennen, passende Kanäle auszuwählen und Anfragen sinnvoll zu qualifizieren. Die drei Beispiele zeigen: Familien, ältere Interessenten und Gewerbebetriebe können sehr unterschiedliche Anforderungen haben. Entscheidend ist jedoch, diese Anforderungen nicht pauschal vorauszusetzen, sondern systematisch zu ermitteln und im Verlauf der Vermarktung zu überprüfen.
Wer Hypothesen dokumentiert, Feedback auswertet und Marketingmaßnahmen anhand qualifizierter Kontakte bewertet, kann seine Vermarktungsstrategie Schritt für Schritt verbessern.
Häufige Fragen zur Zielgruppenanalyse im Immobilienmarketing
Sie untersucht, welche Käufer, Mieter, Eigentümer oder Unternehmen zu einer Immobilie und einem Vermarktungsziel passen. Dafür verbindet sie Objekt-, Standort-, Markt- und Interessentendaten mit überprüften Bedürfnissen und Entscheidungsfaktoren.
Besonders relevant sind Nutzungsmotiv, Budget und Finanzierungsstatus, Lebens- oder Unternehmensphase, Flächenbedarf, Immobilientyp, Standortpräferenzen, Entscheidungszeitpunkt und bevorzugte Kontaktwege.
Eine Zielgruppe fasst mehrere Personen mit gemeinsamen, für die Vermarktung relevanten Merkmalen zusammen. Eine Persona beschreibt ein beispielhaftes Mitglied dieser Gruppe. Sie sollte auf realen Daten beruhen und als überprüfbares Arbeitsmodell verstanden werden, nicht als Tatsache über jeden einzelnen Menschen.
Geeignet sind unter anderem CRM- und Suchprofildaten, Portal-Anfragen, Besichtigungsfeedback, Eigentümer- und Interessentengespräche, Webanalyse, Vergleichsangebote sowie amtliche Standort- und Marktdaten. Datenschutz und Zweckbindung müssen dabei berücksichtigt werden.
Prüfen Sie sie für jedes neue Objekt und während der Vermarktung erneut, sobald Anfragen, Besichtigungen oder Marktveränderungen den ursprünglichen Annahmen widersprechen. Marktbezogene Aussagen sollten immer mit Region, Segment und Datenstand versehen werden.



