Inhaltsverzeichnis

  1. Mit energetischer Sanierung zu einer besseren Vermarktung
  2. Was ist eine energetische Sanierung?
  3. Kosten einer energetischen Sanierung realistisch einordnen
  4. Warum Immobilienmakler die energetische Sanierung kennen sollten
  5. Steuerliche Förderung der energetischen Sanierung
  6. Mögliche Fördermittel für die energetische Sanierung
  7. Energetische Sanierung und Mieterhöhung: Was Makler wissen müssen
  8. Schritt für Schritt zur energetisch sanierten Bestandsimmobilie
  9. Energetische Sanierung als Verkaufsargument nutzen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die energetische Sanierung senkt Energieverbrauch, Betriebskosten und steigert den Immobilienwert.
  • Energieeffiziente Immobilien lassen sich besser verkaufen oder vermieten.
  • Förderungen (KfW, BAFA) und steuerliche Vorteile (§ 35c EStG) reduzieren die Kosten.
  • Makler erhöhen ihre Beratungskompetenz durch Wissen zu Sanierung und Fördermitteln.
  • ESG-Kriterien und Energieeffizienz machen Objekte besonders attraktiv für Investoren.

Mit energetischer Sanierung zu einer besseren Vermarktung

Energetische Sanierungen sind mittlerweile ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Vermarktung von Immobilien. Die energetische Qualität eines Gebäudes betrifft nicht mehr nur Eigentümer, sondern beeinflusst direkt die Wertentwicklung und Attraktivität von Immobilien.
Ob Altbau, Eigentumswohnung oder Mehrfamilienhaus: Wer energetische Maßnahmen versteht und richtig einordnet, schafft echten Mehrwert für Kunden und positioniert Objekte erfolgreicher am Markt. Dabei spielen Fördermöglichkeiten, steuerliche Vorteile und eine gezielte Beratung eine zentrale Rolle.

Was ist eine energetische Sanierung?

Bei einer energetischen Sanierung wird ein Gebäude gezielt modernisiert, um den Energieverbrauch deutlich zu senken.

Typische Maßnahmen sind:

  • Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke
  • Austausch von Fenstern und Türen gegen moderne, energieeffiziente Modelle
  • Installation effizienter Heizungsanlagen (z. B. Wärmepumpe, Brennwertheizung)
  • Nutzung erneuerbarer Energien wie Solarthermie oder Photovoltaik

Ziel ist es, Betriebskosten zu reduzieren, die Energieeffizienzklasse zu verbessern und gleichzeitig den Immobilienwert zu steigern.
Für Makler bedeutet das: Energieeffiziente Immobilien lassen sich häufig schneller, sicherer und zu besseren Konditionen verkaufen oder vermieten – insbesondere in Zeiten steigender Energiepreise.

Mann der sein Thermostat passend zur energetischen Sanierung einstellt

Kosten einer energetischen Sanierung realistisch einordnen

Die Kosten hängen stark vom Gebäudetyp, Baujahr, Größe und angestrebtem Energiestandard ab. Gerade bei Altbauten ist eine sorgfältige Bestandsaufnahme entscheidend, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Als Makler müssen Sie keine Detailbeträge nennen. Wichtig ist vielmehr, dass Sie auf öffentlich zugängliche Förderungen (KfW, BAFA, steuerliche Förderung) verweisen und die frühzeitige Einbindung von Energieberatung und Fachplanung empfehlen.

Warum Immobilienmakler die energetische Sanierung kennen sollten

Für Immobilienmakler geht es bei der energetischen Gebäudesanierung nicht nur um Technik oder Fördermittel, sondern um Positionierung. Wer Eigentümern aufzeigt, wie sich durch gezielte Maßnahmen Wert, Vermietbarkeit und Finanzierungschancen verbessern lassen, wird zum strategischen Berater.

Die energetische Sanierung ist für Makler aus mehreren Gründen ein zentraler Erfolgsfaktor:

  1. Marktwert steigern
    Modernisierte Wohngebäude erzielen in der Regel höhere Verkaufspreise. Je nach Zustand und Lage sind Wertsteigerungen von 5–15 % oder mehr möglich.
  2. Attraktivität für Käufer und Mieter
    Energieeffiziente Immobilien bedeuten niedrigere Nebenkosten. Das ist ein starkes Verkaufsargument, besonders bei steigenden Energiepreisen.
  3. ESG-Kriterien erfüllen
    Investoren achten zunehmend auf Umwelt- und Sozialkriterien. Energetisch optimierte Immobilien verbessern die ESG-Bilanz in Portfolios und erschließen neue Zielgruppen.
  4. Rechtliche Vorgaben berücksichtigen
    Bestimmte Immobilienarten müssen energetisch saniert werden – z. B. beim Eigentümerwechsel von Altbauten oder Mehrfamilienhäusern.

Gerade in einem Markt mit steigenden Anforderungen an Energieeffizienz und ESG-Kriterien suchen Eigentümer Orientierung. Makler, die Sanierungspotenziale erkennen, Förderwege ansprechen und realistische Wirtschaftlichkeitsüberlegungen einordnen können, schaffen Vertrauen und differenzieren sich klar vom Wettbewerb.

So wird die energetische Sanierung nicht als Pflicht oder Risiko wahrgenommen, sondern als Chance zur aktiven Wertentwicklung – und genau diese Perspektive macht sie zu einem starken Argument in der Akquise neuer Mandate.

Wie Sie ESG-Kriterien konkret in Ihre Vermarktungs- und Bestandsstrategie integrieren können, erfahren Sie in unserem Beitrag „ESG-Immobilienwirtschaft“.

Frau und Mann im Gespräch

Steuerliche Förderung der energetischen Sanierung

Ein zentrales Thema für Eigentümer ist die steuerliche Förderung.
Der § 35c EStG ermöglicht eine Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum. Ein Teil der förderfähigen Kosten kann über mehrere Jahre direkt von der Steuerschuld abgezogen werden.

Voraussetzungen sind unter anderem:

  • Selbstnutzung der Immobilie
  • Durchführung förderfähiger Maßnahmen (z. B. Dämmung, Fenster, Heizung)
  • Fachunternehmerbescheinigung gemäß gesetzlichen Vorgaben

Steuerliche Förderungen und Zuschüsse (z. B. von KfW oder BAFA) sind jedoch nicht beliebig kombinierbar. Eigentümer sollten frühzeitig klären, welcher Förderweg am sinnvollsten ist.

Mögliche Fördermittel für die energetische Sanierung

Energetische Modernisierungen sind meist mit hohen Investitionen verbunden. Hierfür stellt der Staat attraktive Fördermöglichkeiten zur Verfügung, die Eigentümer deutlich entlasten können. Wer die verschiedenen Programme kennt und sie richtig kombiniert, reduziert nicht nur die Finanzierungslast, sondern steigert auch die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme erheblich. Neben der steuerlichen Förderung stehen unterschiedliche Zuschüsse zur Verfügung.

Überblick: Zuschuss energetische Sanierung und Förderprogramme

Auch Immobilienmakler können durch gezielte Information einen echten Mehrwert schaffen:

  • Fördermöglichkeiten bereits im Exposé erwähnen
  • In Beratungsgesprächen aktiv auf Energieberatung und Förderoptionen hinweisen
  • Informationsmaterial oder Leitfäden auf der eigenen Website bereitstellen
Überblick: Zuschuss energetische Sanierung und Förderprogramme

Förderweg

Typisch geeignet für

Vorteil für Eigentümer

KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss

Größere Projekte, Effizienzhaus Standards

Niedrige Zinsen, teilweiser Zuschuss zur Tilgung

BAFA-Zuschuss (Einzelmaßnahmen)

Schrittweise Sanierung einzelner Bauteile

Direkte Bezuschussung der Investitionskosten

Energetische Sanierung und Mieterhöhung: Was Makler wissen müssen

Bei vermieteten Immobilien stellt sich oft die Frage, ob sich die Kosten einer energetischen Sanierung auf die Miete umlegen lassen. Grundsätzlich dürfen Vermieter nach deutschem Mietrecht einen Teil der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen. In der Regel können bis zu 8 Prozent der anrechenbaren Kosten pro Jahr umgelegt werden.

Allerdings ist nicht jede Maßnahme automatisch umlagefähig und es müssen gesetzliche Vorgaben beachtet werden. Für Makler bedeutet das, Chancen und Grenzen klar und realistisch zu kommunizieren, um realistische Renditen zu erzielen.

Energetische Sanierung Pflicht: Was gilt bei Eigentümerwechsel?

Für Makler ist die Pflicht zur energetischen Sanierung beim Eigentümerwechsel besonders wichtig. Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) gelten bestimmte Nachrüstpflichten, wenn eine Bestandsimmobilie verkauft wird.

Neue Eigentümer müssen innerhalb von zwei Jahren bestimmte energetische Mindestanforderungen erfüllen – sofern keine Ausnahmen greifen. Betroffen sind vor allem ältere Ein- und Zweifamilienhäuser. Typische Maßnahmen sind:

  • Dämmung – z. B. Geschossdecke oder zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen
  • Heizungstausch – z. B. der Austausch alter Heizkessel

Makler, die frühzeitig auf diese Pflichten hinweisen, schaffen Transparenz und reduzieren spätere Haftungsrisiken. Im Beratungsgespräch kann dies zu einer wertvollen Zusatzleistung werden – etwa durch die Empfehlung eines individuellen Sanierungsfahrplans.

Mann der Fenster überprüft

Schritt für Schritt zur energetisch sanierten Bestandsimmobilie

Für eine Beratung ist ein klarer Ablaufplan hilfreich, um Eigentümer strukturiert durch den Prozess zu führen.

  • Bestandsaufnahme des Gebäudes
    • Energieausweis prüfen, Zustand der Gebäudehülle und Haustechnik grob einschätzen
    • Besonderer Fokus: energetische Sanierung bei Altbauten – hier sind Potenziale meist groß, aber Maßnahmen komplexer
  • Erste Einschätzung der Sanierungspotenziale
    • Wo liegen die größten Energieverluste?
    • Welche Maßnahmen wären bei diesem Haus besonders wirksam (z. B. Fenster, Dach, Heizung)?
  • Energieberatung und Fachplanung einbinden
    • Empfehlung einer zertifizierten Energieberatung (idealerweise jemand, der mit Fördermitteln vertraut ist)
    • Klärung: Welche Fördermittel für eine Sanierung sind realistisch?
  • Wirtschaftlichkeit besprechen
    • Grobe Gegenüberstellung: Kosten vs. erwartete Ersparnis und Wertsteigerung
    • Steuerliche Förderung einbeziehen
  • Umsetzung planen
    • Priorisierung: Welche Maßnahmen zuerst (z. B. Fenster, Fassade)?
    • Zeitplan, Budget und mögliche Beeinträchtigungen im laufenden Betrieb oder bei der Vermietung klären
  • Vermarktungsstrategie anpassen
    • Nach Abschluss: Energieausweis aktualisieren, Vorteile klar im Exposé herausstellen
    • Vor Abschluss: Sanierungskonzept und Förderoptionen als Chancen, nicht nur als Kostenfaktor, darstellen

Damit machen Sie aus einem zunächst abstrakten Thema einen konkreten Fahrplan, an dem sich Eigentümer orientieren können.

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Maklerin die am Laptop sitzt und Kunden anlächelt
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Energetische Sanierung als Verkaufsargument nutzen

Energieeffiziente Immobilien und die damit verbundenen Sanierungen eröffnen Immobilienmaklern konkrete Chancen für den Vertrieb und die Marktpositionierung:

  • Bessere Vermarktung: Energieeffiziente Objekte erzielen häufig höhere Verkaufspreise. Je nach Lage und Zustand sind Wertsteigerungen von 5–15 Prozent realistisch.
  • Höhere Beratungskompetenz: Wer Förderungen und steuerliche Aspekte verständlich erklären kann, wird als kompetenter Partner wahrgenommen.
  • Klare Positionierung: Expertise in Energieeffizienz verschafft einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.

Entscheidend ist die Perspektive: Nicht die Sanierungspflicht steht im Mittelpunkt, sondern der Mehrwert. Energetische Maßnahmen wie Wärmedämmung oder Heizungstausch senken langfristig die Heizkosten, verbessern die Energieeffizienzklasse und steigern die Attraktivität für Käufer und Investoren. Durch die gezielte Einbindung von Fördermitteln und eine sinnvolle Maßnahmenplanung lässt sich der Immobilienwert nachhaltig steigern.

Wer das Thema konsequent in Beratung, Exposés und digitale Vermarktungsstrategien integriert, profitiert doppelt: durch zufriedene Kunden und durch ein geschärftes Profil als moderner, zukunftsorientierter Immobilienmakler.

FAQ

Sie sparen Energiekosten, profitieren von Förderungen und steigern langfristig den Wert und die Vermietbarkeit von Immobilien.

Teilweise ja. Bestimmte Maßnahmen wie Dämmung der Geschossdecke oder Austausch alter Heizkessel sind nach dem Gebäudeenergiegesetz vorgeschrieben.

In Deutschland können Eigentümer Förderungen von KfW und BAFA sowie Steuerermäßigungen nach § 35c EStG nutzen. Kredite, Zuschüsse und steuerliche Absetzungen reduzieren die Investitionskosten deutlich.

Makler können Energieeffizienz gezielt als Verkaufsargument einsetzen, Energiekennwerte im Exposé hervorheben und auf Fördermittel sowie steuerliche Vorteile hinweisen.

Ja, grundsätzlich ist eine steuerliche Absetzung möglich. Allerdings dürfen nur die Kosten geltend gemacht werden, die nicht bereits durch staatliche Förderungen abgedeckt sind. Eine doppelte Förderung derselben Ausgaben ist nicht möglich.