Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Ausbildung zum Immobilienkaufmann bzw. zur Immobilienkauffrau?
  2. Ausbildung und Quereinstieg: So unterscheiden sich die Wege im Maklergeschäft
  3. Ausbildung oder Quereinstieg?
  4. Was Ausbildungsbetriebe und Nachwuchskräfte mitbringen sollten
  5. IHK-Prüfung Immobilienkaufmann: Ablauf und Vorbereitung
  6. Nach der Ausbildung: Perspektiven, Übernahme und Weiterbildung
  7. Fazit: Das Fundament für eine Karriere in der Immobilienbranche

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechtssicherheit im Tagesgeschäft: Die Ausbildung vermittelt fundiertes Wissen im Kauf-, Miet- und Maklerrecht (inklusive MaBV) und schafft damit eine wichtige Grundlage für das Tagesgeschäft.
  • Dauer & Ausbildungsform: Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre (Verkürzung auf 2 bis 2,5 Jahre möglich) und kombiniert die Praxis im Betrieb mit dem Unterricht an der Berufsschule.
  • Geschütztes Lernumfeld: Auszubildende durchlaufen Prozesse unter professioneller Anleitung und sammeln schrittweise praktische Erfahrungen.
  • Vielfältige Perspektiven: Nach dem IHK-Abschluss bieten sich exzellente Übernahmechancen sowie Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa zum Immobilienfachwirt (IHK) oder über ein fachspezifisches Studium.

Was ist die Ausbildung zum Immobilienkaufmann bzw. zur Immobilienkauffrau?

Die Ausbildung zum Immobilienkaufmann bzw. zur Immobilienkauffrau ist eine dreijährige, staatlich anerkannte Berufsausbildung im dualen System, die auf einen vielseitigen Job im Immobiliensektor vorbereitet. Sie findet parallel im Ausbildungsbetrieb (wie Maklerbüro, Hausverwaltung, Wohnungsgesellschaft oder Bauträger) und in der Berufsschule statt und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.

Inhalte der Ausbildung:

  • Kaufmännische Steuerung & Buchführung: Wirtschaftliche Grundlagen, Rechnungs- und Finanzwesen sowie das Erstellen von Abrechnungen
  • Rechtliche Grundlagen: Fundiertes Fachwissen im Miet-, Kauf- und Maklerrecht sowie die Vorgaben der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV)
  • Immobilienbewertung & Marktanalyse: Anwendung gängiger Bewertungsverfahren (Vergleichs-, Sach- und Ertragswertverfahren) zur Ermittlung marktkonformer Preise
  • Vermarktung & Vertrieb: Erstellung aussagekräftiger Exposés, zielgerichtetes Immobilienmarketing und professionelle Kundenakquise
  • Beratung & Verhandlungsführung: Professionelle Betreuung von Eigentümern und Interessenten bei Besichtigungen, Verhandlungen und Vertragsabschlüssen
  • Bestandsverwaltung & Bewirtschaftung: Organisation von Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie die Betreuung bestehender Mietverhältnisse

Ausbildung und Quereinstieg: So unterscheiden sich die Wege im Maklergeschäft

Der Einstieg in das Maklergeschäft ist auf unterschiedlichen Wegen möglich. Auch der Quereinstieg aus anderen Branchen kann ein erfolgreicher Start in die Immobilienbranche sein – besonders wenn bereits Verhandlungsgeschick, Vertriebserfahrung und ausgeprägte Kundenorientierung mitgebracht werden.

Dennoch unterscheiden sich die beiden Wege in ihren Rahmenbedingungen und Lernumgebungen grundlegend:

Wer von vornherein für die Immobilienbranche brennt, findet in der Immobilienkaufmann und Immobilienkauffrau Ausbildung das sicherste Fundament. Der entscheidende Vorteil liegt im geschützten Rahmen:

  • Fehlerkultur & Begleitung: Auszubildende durchlaufen Prozesse unter Anleitung erfahrener Fachkräfte. Fehler bieten die Chance, daraus zu lernen und Abläufe unter Anleitung zu verbessern.
  • Systematische Fachtheorie: Die essenziellen Fachkenntnisse in Miet- und Kaufrecht, Baulehre, Steuerrecht sowie die Vorgaben der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) und Grundlagen der Objektbewertung werden von Grund auf strukturiert vermittelt – ohne Wissenslücken.
  • Handfeste Qualifikation: Der Abschluss als IHK-Immobilienkaufmann bzw. IHK-Immobilienkauffrau ist ein bundesweit anerkannter Berufsabschluss und kann bei Eigentümern und Kunden Vertrauen schaffen

Ein Quereinstieg ermöglicht zwar einen deutlich schnelleren Start im operativen Geschäft, erfordert jedoch eine intensive Einarbeitung:

  • Selbstständige Nachqualifikation: Rechtliche Grundlagen sowie gängige Wertermittlungsverfahren müssen weitgehend eigenverantwortlich erarbeitet oder über externe Seminare nachgeholt werden.
  • Direkte Verantwortung: Fehler bei der Vertragserstellung oder Objektdokumentation wirken sich im Tagesgeschäft unmittelbar aus.

Unabhängig davon, ob der Weg über die Berufsausbildung oder den Quereinstieg verläuft: Beide Pfade bieten vielversprechende Perspektiven für eine erfolgreiche Laufbahn in der Immobilienbranche – sei es im angestellten Maklerteam oder auf dem Weg in die eigene Selbstständigkeit.

Ausbildung oder Quereinstieg?

Wie unterscheiden sich die beiden Wege, um im Maklergeschäft durchzustarten?

Ausbildung oder Quereinstieg?

Kriterium

Duale Ausbildung

Quereinstieg

Dauer & Format

3 Jahre dual (Maklerbetrieb und Berufsschule)

Schneller, direkter Berufseinstieg

Wissensaufbau

Fundiertes Fachwissen durch eine ausbildende Person und Berufsschule

Wissen wird gezielt und eigenständig aufgebaut

Praxistransfer

Begleitete Praxiserfahrung im geschützten Lernumfeld

Direkte Eigenverantwortung im Tagesgeschäft

Was Ausbildungsbetriebe und Nachwuchskräfte mitbringen sollten

Damit die Ausbildungszeit für alle Beteiligten zu einem echten Gewinn wird, müssen die Rahmenbedingungen auf beiden Seiten stimmen. Eine erfolgreiche Qualifikation ist schließlich keine Einbahnstraße, sondern eine Partnerschaft, die auf Gegenseitigkeit beruht: Der Betrieb stellt die fachliche Infrastruktur sowie wertvolles Praxiswissen bereit, während die Nachwuchskraft die nötige Eigeninitiative und Neugier mitbringt.

Auf Seiten der Bewerbenden lassen sich die Voraussetzungen für die Ausbildung zum Immobilienkaufmann und zur Immobilienkauffrau nicht allein an Schulnoten festmachen. Zwar setzen die meisten Maklerbetriebe in der Praxis die mittlere Reife oder das Abitur voraus, doch im Alltag zählt vor allem das Zusammenspiel aus kaufmännischem Verständnis und sozialer Kompetenz. Ein solides Gefühl für Zahlen ist bei Renditeberechnungen, Kreditsicherheiten oder Nebenkostenabrechnungen ebenso unverzichtbar wie Empathie und Verhandlungsgeschick im direkten Kundenkontakt. Da moderne Maklerbüros datenbankgestützt arbeiten, sind Kenntnisse im Umgang mit CRM-Systemen wie onOffice enterprise, Online-Portalen und digitalen Vermarktungskanälen von Vorteil.

Doch woran lässt sich ein guter Ausbildungsbetrieb erkennen? Bei der Auswahl eines Maklerunternehmens lohnt sich der Blick auf einige Merkmale:

  • Vielfalt im Tagesgeschäft: Ein geeigneter Betrieb deckt die Kernbereiche des Berufsbildes, von der Objektbewertung über die Vermarktung bis hin zu vertraglichen Abläufen, im Praxisalltag verlässlich ab und setzt Nachwuchskräfte nicht nur für reine Zuarbeiten ein.
  • Zertifizierte Ansprechpartner: Im Unternehmen sollte mindestens eine benannte Person über die Ausbildereignung (AEVO / AdA-Schein) verfügen und über eigene fachliche Abschlüsse (z. B. als Immobilienkaufmann / -frau) die notwendige Betreuung gewährleisten.
  • Strukturierter Ausbildungsplan: Ein professioneller Betrieb arbeitet mit einem festen Ausbildungsplan, der theoretisches Wissen der Berufsschule planvoll mit Aufgaben aus dem Makleralltag verbindet.
  • Verhältnis von Fachkräften zu Auszubildenden: Ein gesundes Teamgefüge stellt sicher, dass für die fachliche Begleitung und die Beantwortung von Fragen im Arbeitsalltag genügend Zeit vorhanden ist.

Moderne Workflows im Makleralltag: So arbeitet die Branche heute

Digitale Tools gehören im Maklerbüro längst zur Grundausstattung. Mit praxisnaher Maklersoftware wie onOffice enterprise lassen sich Objekte, Termine und Kundenanfragen intuitiv an einem zentralen Ort steuern – einfach zu bedienen und der Standard in vielen erfolgreichen Immobilienunternehmen.

onOffice enterprise entdecken

Drei Personen die zusammen am Schreibtisch sitzen
Drei Personen die zusammen am Schreibtisch sitzen

IHK-Prüfung Immobilienkaufmann: Ablauf und Vorbereitung

Die Berufsschule vermittelt rechtliche, kaufmännische und theoretische Grundlagen, die praktische Anwendung findet jedoch im Maklerbüro statt. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, wie sicher Auszubildende in die Prüfungen gehen. Eine effektive Prüfungsvorbereitung beginnt nicht erst wenige Wochen vor dem Prüftermin, sondern ist ein fester Bestandteil des Ausbildungsalltags.

Typische Aufgaben schrittweise in der Praxis verankern

Damit theoretisches Wissen nicht nur Theorie bleibt, unterstützen Ausbildungsbetriebe angehende Fachkräfte durch die frühzeitige Einbindung in praktische Abläufe:

  • Objektakquise & Verträge: Gesetzliche Vorgaben der MaBV oder das Prüfen von Grundbuchauszügen und Teilungserklärungen lassen sich am besten an echten Objekten nachvollziehen – begleitet durch erfahrene Makler im Team.
  • Wertermittlung: Das theoretische Wissen zu Sachwert-, Ertragswert- und Vergleichswertverfahren verfestigt sich, wenn Azubis bei der Bewertung von Immobilien gemeinsam mit dem Ausbilder aktiv mitrechnen und Marktdaten analysieren.
  • Kundenkontakt & Besichtigungen: Nach einer strukturierten Hospitationsphase erhalten Nachwuchskräfte den Raum, Teilbereiche von Besichtigungen oder Erstgesprächen unter Anleitung selbst zu übernehmen.

Der Weg durch die IHK-Prüfung

Die Ausbildung schließt mit einer gestreckten Abschlussprüfung ab. Nach dem ersten Ausbildungsdrittel steht Teil 1 der Abschlussprüfung an, bevor am Ende der schriftliche und mündliche Teil folgen.

Kurz erklärt: Die mündliche Prüfung als Praxis-Prüfstein

Die mündliche Prüfung zur Immobilienkauffrau bzw. zum Immobilienkaufmann wird als fallbezogenes Fachgespräch geführt. Prüflinge erhalten eine praxisnahe Aufgabenstellung – beispielsweise ein anspruchsvolles Beratungsgespräch mit einem Eigentümer zur Objektvermarktung – und müssen dem IHK-Prüfungsausschuss eine fachlich fundierte und kundenorientierte Lösung präsentieren.

Hierbei zahlt sich der Rückhalt aus dem Betrieb aus: Maklerbetriebe, die ihre Nachwuchskräfte regelmäßig in Verhandlungs- und Beratungsgespräche einbinden, Fachgespräche üben und ihnen Raum für eigenständige Gespräche geben, schaffen optimale Voraussetzungen. Die im Betriebsalltag gesammelte Erfahrung während der Ausbildung zum Immobilienkaufmann und zur Immobilienkauffrau gibt den Auszubildenden die notwendige Sicherheit, um sowohl die schriftliche Prüfung zum Immobilienkaufmann und zu Immobilienkauffrau als auch die mündliche Prüfung zum Immobilienkaufmann und zur Immobilienkauffrau vor der Handelskammer erfolgreich zu bestehen.

Nach der Ausbildung: Perspektiven, Übernahme und Weiterbildung

Mit dem bestandenen IHK-Abschluss ist die berufliche Entwicklung keineswegs abgeschlossen – im Gegenteil. Für ausgebildete Fachkräfte bildet der Berufsabschluss das ideale Fundament für die weitere Karriere und gezielte Spezialisierungen in der Immobilienwirtschaft.

Entwicklungschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten

Der IHK-Abschluss eröffnet zielgerichtete Wege, um das eigene Fachwissen weiter auszubauen:

  • Fachspezifische Weiterbildung: Eine gezielte Weiterbildung für den Immobilienkaufmann oder für die Immobilienkauffrau, etwa zum Geprüften Immobilienfachwirt (IHK) oder zertifizierten Wertermittler, bereitet Schritt für Schritt auf Führungs- oder Spezialistenaufgaben vor.
  • Akademische Vertiefung & Studium: Ein weiterführendes Studium für Immobilienkaufleute, beispielsweise im Bereich Immobilienwirtschaft, Real Estate Management oder Immobilienökonomie, vertieft die betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Kompetenzen. Neben klassischen Präsenzstudiengängen bieten sich hier auch flexible Fernstudiengänge oder ein duales Masterstudium an.
  • Berufsbegleitende Weiterbildungen: Viele Weiterbildungen lassen sich berufsbegleitend oder nebenberuflich absolvieren. Kompakte Zertifikatslehrgänge, beispielsweise zu digitalem Immobilienmarketing, Gewerbeimmobilien oder WEG-Verwaltung, ermöglichen eine passgenaue Spezialisierung im laufenden Arbeitsalltag.

Vorteile einer Übernahme im Ausbildungsbetrieb

Ein direkter Verbleib im ausbildenden Maklerunternehmen bietet für den Berufsstart einige Vorteile:

  • Nahtloser Übergang ohne Einarbeitungsstress: Das gewohnte Arbeitsumfeld, die internen Prozesse, die Kolleginnen und Kollegen sowie die genutzte Software sind bereits vertraut, sodass die volle Konzentration sofort dem operativen Geschäft gilt.
  • Bestehendes Netzwerk & Marktkenntnis: Der regionale Immobilienmarkt, wichtige Kontakte zu Notariaten oder Handwerksbetrieben und bestehende Kundenbeziehungen können ohne Bruch weitergeführt und ausgebaut werden.
  • Frühe Eigenverantwortung & Aufstiegschancen: Wer die Betriebsabläufe bereits beherrscht, erhält oft schneller eigene Objektbestände, lukrative Verkaufsaufträge oder Projektverantwortung und legt damit den Grundstein für den internen Aufstieg zur Teamleitung.
Personen die sich umarmen

Fazit: Das Fundament für eine Karriere in der Immobilienbranche

Wer den Schritt in die Immobilienbranche gehen möchte, ist mit der Ausbildung zum Immobilienkaufmann bzw. zur Immobilienkauffrau bestens vorbereitet. Um den passenden Ausbildungsbetrieb zu finden, empfiehlt es sich, frühzeitig nach geeigneten Unternehmen in der Region zu suchen und bei der Bewerbung auf eine strukturierte Ausbildungsbegleitung zu achten. Oft bietet bereits ein Schnuppertag oder ein kurzes Vorabpraktikum wertvolle Einblicke in die Unternehmenskultur, den Arbeitsalltag und die Qualität der fachlichen Betreuung. Sich vorab mit den grundlegenden rechtlichen Themen, Marktanforderungen und typischen Vertriebsaufgaben vertraut zu machen, erweitert nicht nur das eigene Fachwissen, sondern erleichtert auch den späteren Start in den Berufsalltag spürbar.

FAQ

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe setzen in der Praxis jedoch die mittlere Reife, das Fachabitur oder das Abitur voraus. Neben den formalen Noten zählen vor allem ein solides Zahlenverständnis für kaufmännische Kalkulationen, Kommunikationsstärke im Kundenkontakt sowie Freude an der Organisation und digitalen Arbeitsweisen.

Die Vergütung orientiert sich meist an den Empfehlungen der regionalen Verbände oder den Tarifverträgen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und steigt mit jedem Ausbildungsjahr gestaffelt an:

  • 1. Ausbildungsjahr: ca. 1.150 € bis 1.250 € brutto im Monat
  • 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.250 € bis 1.350 € brutto im Monat
  • 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.350 € bis 1.450 € brutto im Monat

Eine direkte Provisionsvereinbarung wie bei ausgebildeten Immobilienmaklern ist für Azubis unüblich, da sie rechtlich im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses angestellt sind. Viele erfolgreiche Betriebe nutzen jedoch freiwillige Prämienmodelle: Wirkt ein Azubi aktiv an einem erfolgreichen Objektabschluss mit (z. B. durch die Aufbereitung des Exposés oder die Unterstützung bei der Akquise), motiviert ein Boni-System oder eine Erfolgsbeteiligung ungemein.

Ja, eine Verkürzung auf 2 oder 2,5 Jahre ist rechtlich möglich. Die Voraussetzungen dafür sind in der Regel eine entsprechende Vorbildung (wie das Abitur oder eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung) oder überdurchschnittlich gute Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb während der ersten Ausbildungsphase. Der Antrag wird gemeinsam von Ausbildungsbetrieb und Azubi bei der zuständigen IHK gestellt.

Die klassische duale Ausbildung findet immer in Kombination aus Betrieb und Berufsschule statt. Wer sich jedoch berufsbegleitend oder nebenberuflich qualifizieren möchte, kann auf ein Immobilienkaufmann Fernstudium oder eine IHK-Umschulung zurückgreifen. Diese Lehrgänge bereiten flexibel auf die sogenannte Externenprüfung vor der IHK vor, sofern bereits einschlägige Berufserfahrung in der Immobilienwirtschaft nachgewiesen werden kann.

Im Praxisalltag durchlaufen Nachwuchskräfte alle Kernphasen der Immobilienvermarktung: Sie unterstützen bei der Objektaufnahme, fordern behördliche Unterlagen wie Grundbuchauszüge an und erstellen verkaufsfördernde Exposés. Mit zunehmender Erfahrung begleiten Auszubildende Besichtigungstermine, unterstützen bei der Marktwertermittlung, pflegen Kundendaten im CRM-System und wirken an der Vorbereitung von Notarterminen und Mietverträgen mit.

Nein. Die Berufsbezeichnung „Immobilienmakler“ ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt und setzt zwingend keinen bestimmten Berufsabschluss voraus. Gesetzlich erforderlich ist lediglich die Gewerbeerlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung (GewO) sowie die Erfüllung der regelmäßigen Weiterbildungspflicht nach MaBV. Eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung bietet jedoch das fundierteste Fachwissen bezüglich Kaufrecht, Bewertung und Haftungsrisiken und schafft einen klaren Vertrauensvorteil bei Eigentümern und Interessenten.

Nein. Auszubildende handeln stets im Auftrag und unter der Aufsicht des ausbildenden Maklerunternehmens. Der Betrieb beziehungsweise der Erlaubnisinhaber deckt die Tätigkeiten rechtlich ab. Azubis benötigen daher keinen eigenen Gewerbeschein und müssen auch die Weiterbildungspflicht nach MaBV erst nach dem erfolgreichen Abschluss als eigenständige Immobilienkaufleute erfüllen.

Das Berufsbildungsgesetz schreibt ein angemessenes Verhältnis zwischen Fachkräften und Auszubildenden vor. Als Faustregel gilt: Bei einer ausbildenden Person im Betrieb sind 1 bis 2 Azubis angemessen. Pro weiterer vollzeitbeschäftigter Fachkraft (mit IHK-Abschluss oder langjähriger Branchenerfahrung) kann in der Regel ein zusätzlicher Auszubildender eingestellt werden, um eine fachlich fundierte Betreuung sicherzustellen.