Die ersten Schritte in die Selbstständigkeit
Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für viele Immobilienmakler ein attraktives Ziel: Sie bauen Ihr eigenes Unternehmen auf, entscheiden selbst über Ihre Positionierung und gestalten Ihre Kundenbeziehungen eigenverantwortlich. Gleichzeitig bringt die Gründung eines Maklerbüros rechtliche, finanzielle und organisatorische Anforderungen mit sich.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie sich als Immobilienmakler selbstständig machen, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, welche Unterlagen für die Maklererlaubnis wichtig sind und welche ersten Schritte Sie bei Businessplan, Finanzierung, Marke, Marketing und Software einplanen sollten.

Inhaltsverzeichnis
- Welche Aufgaben übernehmen selbstständige Immobilienmakler?
- Persönliche und fachliche Voraussetzungen
- Rechtsform wählen
- Maklererlaubnis nach § 34c GewO beantragen
- Gewerbe anmelden und weitere Stellen informieren
- Kosten und Startkapital planen
- Versicherungen und Weiterbildung beachten
- Businessplan, Zielgruppe und Marke entwickeln
- Checkliste
- Fazit
Das Wichtigste in Kürze
Wer sich als Immobilienmakler selbstständig machen möchte, benötigt in Deutschland in der Regel:
- eine Maklererlaubnis nach § 34c GewO
- eine Gewerbeanmeldung
- geordnete Vermögensverhältnisse
- einen Finanz- und Businessplan
- eine klare Strategie für Akquise, Marketing und Kundenbetreuung
- geeignete Versicherungen
- eine professionelle Immobiliensoftware
- regelmäßige Weiterbildungen
Welche Aufgaben übernehmen selbstständige Immobilienmakler?
Selbstständige Immobilienmakler übernehmen nicht nur die Vermittlung von Immobilien, sondern auch die unternehmerische Verantwortung für Akquise, Bewertung, Vermarktung, Kundenberatung, Verhandlungen und administrative Abläufe.
Zu den zentralen Aufgaben gehört die Akquisition von Immobilienangeboten. Dazu recherchieren Sie potenzielle Verkaufsobjekte, bauen Kontakte zu Eigentümern auf, pflegen Ihr Netzwerk und entwickeln eine regionale Marktpräsenz. Ebenso wichtig ist die professionelle Bewertung von Immobilien, damit Verkäufer realistische Preise ansetzen und Interessenten verlässliche Informationen erhalten.
Im Tagesgeschäft erstellen Sie Exposés, organisieren Besichtigungen, begleiten Verhandlungen und koordinieren die rechtliche Abwicklung bis zum Vertragsabschluss. Hinzu kommen Buchhaltung, Dokumentation, Datenschutz, Marketing, Kundenkommunikation und die laufende Weiterentwicklung Ihres Unternehmens.
Welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen?
Für den Einstieg als Immobilienmakler ist keine bestimmte Ausbildung gesetzlich vorgeschrieben. Erfolgreich wird die Selbstständigkeit aber vor allem dann, wenn fachliche Vorbereitung, persönliche Eignung und unternehmerisches Denken zusammenkommen.
- Kommunikationsstärke: Sie stehen dauerhaft mit Eigentümern, Käufern, Mietern, Dienstleistern und Behörden in Kontakt.
- Verkaufstalent: Sie müssen Immobilien überzeugend präsentieren, Einwände einordnen und Verhandlungen professionell führen.
- Marktverständnis: Regionale Preisentwicklungen, Nachfrage, Wettbewerb und Zielgruppen sollten regelmäßig analysiert werden.
- Organisation: Termine, Unterlagen, Fristen, Leads und Kundenkommunikation müssen zuverlässig verwaltet werden.
- Lernbereitschaft: Rechtliche Vorgaben, Markttrends und digitale Vermarktung ändern sich laufend.
- Unternehmerisches Denken: Als Selbstständiger tragen Sie Verantwortung für Umsatz, Kosten, Positionierung und Wachstum.
Welche Rechtsform eignet sich für selbstständige Immobilienmakler?
Die passende Rechtsform hängt von Haftungsrisiko, Startkapital, steuerlicher Situation, geplanter Unternehmensgröße und Außenwirkung ab. Lassen Sie sich vor der Gründung steuerlich und rechtlich beraten, weil die Wahl langfristige Folgen für Haftung, Buchhaltung und Finanzierung haben kann.
Kapitalgesellschaften wie UG oder GmbH können das Privatvermögen besser vom Unternehmensvermögen trennen. Für Gründer mit geringem Risiko und kleiner Struktur kann aber auch ein Einzelunternehmen ein praktikabler Einstieg sein.
Rechtsform | Geeignet für | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|
Einzelunternehmen | Einzelgründer mit überschaubarem Start | Einfacher Start, aber persönliche Haftung mit Privatvermögen |
GbR | Gründung mit mehreren Personen | Relativ unkompliziert, aber persönliche Haftung der Gesellschafter |
UG | Kapitalgesellschaft mit geringem Startkapital | Haftungsbeschränkung möglich, aber strengere Buchhaltungs- und Publizitätspflichten |
GmbH | Wachstumsorientierte Maklerbüros | Professionelle Außenwirkung und Haftungsbeschränkung, aber höheres Stammkapital und mehr Verwaltungsaufwand |
Maklererlaubnis nach § 34c GewO beantragen
Bevor Sie gewerblich Immobilien vermitteln, benötigen Sie in Deutschland in der Regel eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung. Diese Maklererlaubnis zeigt, dass Sie persönlich zuverlässig sind und in geordneten Vermögensverhältnissen leben.
§ 34c GewO regelt die Erlaubnispflicht für gewerbsmäßige Vermittlung oder den Nachweis von Verträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, gewerbliche Räume oder Wohnräume. IHK-Informationen bestätigen außerdem die Weiterbildungspflicht von 20 Zeitstunden innerhalb von drei Jahren.
Welche Behörde zuständig ist, unterscheidet sich je nach Bundesland und Kommune. Häufig sind Gewerbeamt, Ordnungsamt, Kreisverwaltungsbehörde oder IHK eingebunden. Prüfen Sie deshalb vorab die Anforderungen Ihrer zuständigen Stelle.
Welche Unterlagen brauchen Sie für die Maklererlaubnis?
Bei juristischen Personen wie einer GmbH oder UG müssen die erforderlichen Nachweise in der Regel für die Geschäftsführung oder gesetzlichen Vertreter eingereicht werden. Bei Personengesellschaften kann die Erlaubnis für jeden geschäftsführenden Gesellschafter erforderlich sein.
Unterlage | Wofuer sie benötigt wird | Hinweis |
|---|---|---|
Personalausweis oder Reisepass | Identitätsnachweis | Meist als Kopie einzureichen |
Polizeiliches Führungszeugnis | Prüfung der persönlichen Zuverlässigkeit | Häufig Belegart für Behördenzwecke |
Auszug aus dem Gewerbezentralregister | Behördliche Zuverlässigkeitsprüfung | Kann je nach Behörde direkt angefordert werden |
Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts | Nachweis geordneter steuerlicher Verhältnisse | Beim zuständigen Finanzamt beantragen |
Auszug aus Schuldner- oder Vollstreckungsregister | Prüfung der Vermögensverhältnisse | Anforderungen unterscheiden sich regional |
Bescheinigung des Insolvenzgerichts | Nachweis, dass kein relevantes Insolvenzverfahren besteht | Bei juristischen Personen oft für Vertretungsberechtigte erforderlich |
Gewerbe anmelden und weitere Stellen informieren
Die Maklererlaubnis ersetzt nicht automatisch die Gewerbeanmeldung. In der Praxis sollten Sie zuerst klären, wann Ihre zuständige Behörde die § 34c-Erlaubnis verlangt und wann die Gewerbeanzeige erfolgen soll. Häufig wird die Tätigkeit erst aufgenommen, wenn die Erlaubnis erteilt ist.
- Gewerbeamt: Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit am Betriebssitz.
- Finanzamt: Steuerliche Erfassung, Steuernummer und gegebenenfalls Umsatzsteuerfragen.
- IHK: Mitgliedschaft und Informationen zu Berufspflichten.
- Berufsgenossenschaft: Klärung der zuständigen Unfallversicherung.
- Bank: Geschäftskonto und Finanzierung.
Kosten und Startkapital realistisch planen
Die Kosten für den Start als Immobilienmakler variieren je nach Standort, Rechtsform, Behörde, Bürostruktur und Marketingstrategie. Planen Sie deshalb nicht nur die Erlaubnisgebühren, sondern auch laufende Betriebskosten ein.
Tipp: Erstellen Sie vor der Gründung einen Finanzplan mit einmaligen Startkosten, monatlichen Fixkosten, geplantem Umsatz, Liquiditätsreserve und realistischen Abschlusswahrscheinlichkeiten. Gerade im Maklergeschäft können Einnahmen unregelmäßig eintreffen.
Kostenposition | Typischer Inhalt | Planungshinweis |
|---|---|---|
Gewerbeanmeldung | Gebühr der Kommune | Je nach Gemeinde unterschiedlich; vor Ort prüfen |
Maklererlaubnis § 34c GewO | Bearbeitungsgebühr der zuständigen Stelle | Kann je nach Behörde, Rechtsform und Tätigkeitsumfang deutlich variieren |
Nachweise und Registerauszüge | Führungszeugnis, Gewerbezentralregister, Bescheinigungen | Kleine Einzelgebühren summieren sich |
Rechts- und Steuerberatung | Rechtsform, Verträge, Buchhaltung, steuerliche Fragen | Besonders bei UG/GmbH sinnvoll. |
Weitere Start- und laufende Kosten | ||
Versicherungen | Berufshaftpflicht oder Vermögensschadenhaftpflicht, Betriebshaftpflicht | Schützt vor hohen finanziellen Risiken |
Technik und Software | Maklersoftware, Website, CRM, E-Mail, Telefon, Exposé-Tools | Von Beginn an professionell einplanen |
Marketing und Akquise | Website, Portale, Anzeigen, Farming, Social Media, Netzwerkaufbau | Gerade in den ersten Monaten zentral für Leads |
Laufende Fixkosten | Miete, Mobilität, Buchhaltung, Beiträge, Weiterbildung | Mindestens mehrere Monate Liquiditätsreserve einplanen |
Versicherungen und Weiterbildung beachten
Immobilienmakler tragen eine hohe Verantwortung, weil Fehler bei Beratung, Bewertung, Unterlagen oder Fristen erhebliche finanzielle Folgen haben können. Eine Berufshaftpflicht- oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist deshalb auch dann empfehlenswert, wenn sie nicht in jedem Fall gesetzlich vorgeschrieben ist.
Zusätzlich besteht für Immobilienmakler eine Weiterbildungspflicht. Nach IHK-Angaben müssen Immobilienmakler innerhalb von drei Jahren 20 Zeitstunden Weiterbildung absolvieren. Die Pflicht kann auch unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirkende Beschäftigte betreffen. Wer zusätzlich als Wohnimmobilienverwalter tätig ist, muss die Anforderungen je Tätigkeitsbereich prüfen.
- Geeignete Weiterbildungsthemen sind unter anderem rechtliche Grundlagen, Kundenberatung, Wettbewerbsrecht, Verbraucherschutz, Immobilienbewertung, Finanzierung und Steuern.
- Nachweise über Weiterbildungen sollten vollständig dokumentiert und geordnet aufbewahrt werden.
- E-Learning kann möglich sein, wenn die Anforderungen an Qualität und Lernerfolgskontrolle erfüllt werden.
Businessplan, Zielgruppe und Spezialisierung festlegen
Ein Businessplan hilft Ihnen, Ihr Maklerbüro strategisch aufzubauen und nicht nur von einzelnen Kontakten abhängig zu sein. Er ist außerdem wichtig, wenn Sie Finanzierung, Fördermittel oder Bankgespräche vorbereiten.
- Positionierung: Möchten Sie Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien, Kapitalanlagen, Luxusimmobilien oder eine bestimmte Region fokussieren?
- Zielgruppe: Arbeiten Sie vor allem mit Eigentümern, Käufern, Investoren, Bauträgern oder Vermietern?
- Wettbewerb: Welche Makler sind in Ihrer Region sichtbar und wie unterscheiden Sie sich?
- Leistungsangebot: Welche Services bieten Sie rund um Bewertung, Vermarktung, Besichtigung und Verkaufsabwicklung?
- Umsatzmodell: Welche Provisionen, Abschlussquoten und Vertriebszyklen sind realistisch?
- Finanzplanung: Welche Kosten entstehen monatlich und wie lange reicht Ihre Liquiditätsreserve?
Marke, Website und Akquise aufbauen
Eine klare Marke schafft Vertrauen und Wiedererkennung. Dazu gehören ein professioneller Firmenname, ein einheitliches Corporate Design, eine überzeugende Website, hochwertige Exposés und konsistente Kommunikation auf allen Kanälen.
Für die Kundengewinnung sollten Sie mehrere Akquisewege kombinieren: persönliche Empfehlungen, regionales Netzwerk, klassische oder digitale Farming-Strategien, Social Media, Immobilienportale, Newsletter, lokale Veranstaltungen und Suchmaschinenoptimierung. Entscheidend ist, dass Eigentümer schnell erkennen, wofür Ihr Maklerbüro steht und warum sie Ihnen ihr Objekt anvertrauen sollten.
Immobiliensoftware frühzeitig einplanen
Mit einer professionellen Immobiliensoftware verwalten selbstständige Makler Kontakte, Objekte, Exposés, Portalanbindungen, Termine, E-Mails, Aufgaben und Nachweise. Gerade in der Gründungsphase verhindert ein strukturiertes System, dass Leads, Dokumente oder Fristen verloren gehen.
Wenn Sie Ihr Maklerbüro von Anfang an digital organisieren, können Sie Prozesse schneller standardisieren: von der Objektaufnahme über die Vermarktung bis zur Kundenkommunikation. Das spart Zeit und sorgt für ein professionelleres Kundenerlebnis.
Die richtige Immobiliensoftware
Starten Sie Ihr Maklerbüro mit professionellen Prozessen: Testen Sie onOffice kostenlos und organisieren Sie Objekte, Kontakte, Exposés und Vermarktung von Anfang an zentral in einer Immobiliensoftware.


Checkliste: Selbstständig als Immobilienmakler starten
- Zielgruppe und regionale Positionierung definieren.
- Rechtsform mit Steuerberater oder Rechtsberatung klären.
- Unterlagen für die Maklererlaubnis nach § 34c GewO zusammenstellen.
- Zuständige Behörde und regionale Gebühren prüfen.
- Gewerbeanmeldung vorbereiten.
- Finanzplan mit Startkosten, Fixkosten und Liquiditätsreserve erstellen.
- Versicherungsschutz prüfen und Angebote vergleichen.
- Businessplan, Marke, Website und Akquiseplan entwickeln.
- Immobiliensoftware, CRM und Dokumentenprozesse einrichten.
- Weiterbildungspflicht und Nachweisdokumentation organisieren.
Fazit
Die Selbstständigkeit als Immobilienmakler bietet große unternehmerische Freiheit, verlangt aber eine sorgfältige Vorbereitung. Wer § 34c-Erlaubnis, Gewerbeanmeldung, Rechtsform, Finanzierung, Versicherung, Weiterbildung, Marke und Akquise strukturiert angeht, schafft eine belastbare Grundlage für das eigene Maklerbüro.
Mit einer klaren Positionierung, professionellen Prozessen und der passenden Immobiliensoftware können Sie von Beginn an effizient arbeiten und Ihren Kunden einen verlässlichen, modernen Maklerservice bieten.
FAQ: Selbstständig als Immobilienmakler
Nein, eine bestimmte Ausbildung ist für Immobilienmakler in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Fachwissen ist dennoch sehr wichtig, weil Sie Eigentümer, Käufer und Mieter rechtssicher und professionell begleiten müssen.
Für die gewerbliche Vermittlung oder den Nachweis von Immobilienverträgen benötigen Sie in der Regel eine Erlaubnis nach § 34c GewO. Die zuständige Behörde prüft unter anderem persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse.
Die Kosten hängen stark von Behörde, Rechtsform, Standort und Geschäftsmodell ab. Neben Gewerbeanmeldung und § 34c-Erlaubnis sollten Sie auch Nachweise, Beratung, Versicherungen, Software, Website, Marketing und laufende Fixkosten einkalkulieren.
Ja. Immobilienmakler müssen nach geltenden Berufspflichten regelmäßig Weiterbildungen absolvieren. Üblich sind 20 Zeitstunden innerhalb von drei Jahren; Details und Nachweispflichten sollten Sie bei Ihrer zuständigen IHK oder Behörde prüfen.
Besonders wichtig ist eine Berufshaftpflicht- oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, weil Beratungsfehler, fehlerhafte Unterlagen oder Fristversäumnisse hohe Schäden verursachen können.
Sinnvoll ist eine Maklersoftware, die Objektverwaltung, Kontaktverwaltung, Exposé-Erstellung, Portalanbindung, E-Mail-Kommunikation, Aufgaben und Dokumentation bündelt.



