Inhaltsverzeichnis

  1. Was Sie als Makler zum Thema Alleinauftrag und Allgemeinauftrag wissen müssen
  2. Die Vor- und Nachteile für den Auftraggeber
  3. Die richtige Wahl für Ihre Vermittlung
  4. Entscheidungshilfe: Alleinauftrag vs. Allgemeinauftrag
  5. Vorteile für den Makler bei einem Allgemein- oder Alleinauftrag
  6. Wie kommen Sie als Makler an einen Alleinauftrag?
  7. Fazit: Was ist für Sie als Makler besser: Alleinauftrag oder Allgemeinauftrag?

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Alleinauftrag bringt Ihnen mehr Kontrolle und bessere Abschlusschancen: Sie steuern den Prozess.
  • Der Allgemeinauftrag wirkt flexibel – kostet aber oft Zeit und Qualität: Mehr Wettbewerb heißt nicht automatisch mehr Erfolg.
  • Eigentümer entscheiden sich häufig aus Unsicherheit für den falschen Auftragstyp.
  • Klare Kommunikation ist der Schlüssel zum Alleinauftrag: Wer den Mehrwert verständlich erklärt, gewinnt Vertrauen – und den Auftrag

Was Sie als Makler zum Thema Alleinauftrag und Allgemeinauftrag wissen müssen

Der Alleinauftrag

Beim Makler-Alleinauftrag wird eine vertragliche Vereinbarung zwischen einem Immobilienverkäufer bzw. -vermieter und einem Immobilienmakler eingegangen, in der festgelegt wird, dass der Makler exklusiv mit der Vermarktung einer Immobilie beauftragt wird. Diese Exklusivität bedeutet, dass während der Laufzeit des Alleinauftrags kein anderer Makler mit der Vermarktung der Immobilie beauftragt werden darf. Der Eigentümer verpflichtet sich, die Immobilie während der Laufzeit des Vertrags nicht selbst zu vermarkten oder an einen Interessenten zu verkaufen bzw. zu vermieten, der nicht durch den Makler vermittelt wurde.

Der Allgemeinauftrag

Ein allgemeiner Auftrag oder einfacher Maklerauftrag hingegen begründet keine Exklusivität. Hierbei kann der Eigentümer der Immobilie mehrere Makler gleichzeitig beauftragen oder sich entscheiden, die Immobilie auch selbst zu vermarkten, ohne an einen einzelnen Makler gebunden zu sein.

Die Vor- und Nachteile für den Auftraggeber

Der Alleinauftrag und der Allgemeinauftrag sind für den Auftraggeber mit gewissen Vor- und Nachteilen verbunden. Für Vertragsverhandlungen sollten Sie diese Punkte kennen und bei Ihrer Argumentation beachten:

So läuft’s bei einem Alleinauftrag

  • Fokussierte Zusammenarbeit: Der Verkäufer oder Vermieter kann sich darauf verlassen, dass der Makler sich intensiv um die Immobilie kümmert, da dieser die Sicherheit hat, beim erfolgreichen Geschäftsabschluss die Provision zu erhalten. Beim Allgemeinauftrag fehlt dem Makler oft die Motivation, da die Chance auf einen Abschluss deutlich geringer ist.
  • Professionelle Vermarktung: Durch die Exklusivität des Auftrags ist der Makler bestrebt, effektive Vermarktungsstrategien anzuwenden. Dazu gehören professionelle Fotos, ansprechende Exposés, gezielte Werbemaßnahmen und die Nutzung seines Netzwerks.
  • Zeiteffizienz: Der Eigentümer spart Zeit und Mühe, da er nicht mit mehreren Maklern kommunizieren und Koordinationstätigkeiten übernehmen muss. Beim Allgemeinauftrag ist der Auftraggeber hingegen mit mehreren Maklern im Austausch.
  • Abgestimmte Verkaufsstrategie: Durch den intensiveren Kontakt kann eine spezifische Verkaufs- oder Vermietungsstrategie entwickelt und umgesetzt werden. Beim Allgemeinauftrag ist die Kommunikation viel allgemeiner.

Das passiert bei einem Allgemeinauftrag

  • Mehr Marktreichweite: Das Objekt wird nicht nur durch einen Makler beworben, wodurch mehr potenzielle Interessenten erreicht werden können. Beim Alleinauftrag ist die Reichweite entsprechend geringer.
  • Qualitätssicherung: Die Qualität der Vermarktung hängt stark von der Arbeit des beauftragten Maklers ab. Sobald mehrere Makler involviert sind, ist der Eigentümer unabhängig und nicht wie beim Alleinauftrag auf die Expertise eines einzigen Dienstleisters angewiesen.
  • Ungebundenheit: Nicht nur die Qualität des Maklers ist entscheidend. Ist der Auftraggeber mit der Wahl des Maklers unzufrieden, ist es schwer, diesen zu wechseln. Beim Allgemeinauftrag ist der Auftraggeber jedoch ungebunden und muss sich darüber keine Sorgen machen.

Die richtige Wahl für Ihre Vermittlung

Die Wahl zwischen einem Makleralleinauftrag und einem allgemeinen Auftrag hängt von den individuellen Bedürfnissen und den Vorstellungen des Auftraggebers und des Maklers ab.

Ein Makleralleinauftrag kann beiden Seiten Vorteile bieten, wenn eine vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit stattfindet. Für den Eigentümer reduziert es den Aufwand und schafft einen festen Ansprechpartner, während der Makler in seiner Arbeit Planungssicherheit genießt. Nichtsdestotrotz sollten die Details eines solchen Vertrags genau geprüft und idealerweise die Leistungen und Pflichten beider Seiten vertraglich fixiert werden. Beiden Parteien wird geraten, sich im Vorfeld ausführlich über die Seriosität und die Arbeitsweise des anderen zu informieren. Gerade im Privatimmobilienbereich findet diese Vertragsart gerne Anwendung, um die Privatsphäre des Verkäufers, bzw. Mieters zu wahren.

Andererseits bietet ein allgemeiner Auftrag dem Eigentümer mehr Flexibilität und Wettbewerb zwischen den Maklern, was möglicherweise zu schnelleren Ergebnissen führen kann. Der Allgemeinauftrag wird meist im gewerblichen Bereich genutzt. Die Vermittlung einer Industriehalle benötigt weniger Exklusivität. Spontane Besichtigungen können beispielsweise besser vereinbart werden, als im Privatimmobiliensektor.

Entscheidungshilfe: Alleinauftrag vs. Allgemeinauftrag

Entscheidungshilfe: Alleinauftrag vs. Allgemeinauftrag

Kriterium

Alleinauftrag

Allgemeinauftrag

Kontrolle

Hoch

Gering

Vermarktungsstrategie

Klar und durchdacht

Oft uneinheitlich

Außenwirkung

Professionell

Häufig widersprüchlich

Preisstabilität

Stabil

Gefahr von Preisdruck

Abschlusschance

Hoch

Unklar

Aufwand für Makler

Planbar

Schwer kalkulierbar

Vorteile für den Makler bei einem Allgemein- oder Alleinauftrag

Die Wahl der Vertragsart sollte nicht ausschließlich dem Eigentümer überlassen werden. Sie als Makler sollten Ihre Expertise im Bereich Allgemein- oder Alleinauftrag darlegen. Eine gute vorherige Beratung wird vom Eigentümer geschätzt und schützt Sie als Makler vor möglichen zeitlichen und finanziellen Fehlinvestitionen:

Die Vorteile bei einem Alleinauftrag für Makler

  • Zeitliche Planungssicherheit: Der Makler kann sich sicher sein, dass sich die aufgewendete Zeit und die investierten Ressourcen für die Vermarktung auch lohnen.
  • Investition in Qualität: Mit der Exklusivität kann der Makler in hochwertiges Marketing investieren, ohne befürchten zu müssen, dass die Investition durch andere Maklertätigkeiten entwertet wird. Beim Allgemeinauftrag kann es passieren, dass Sie auf Ihren Investitionskosten sitzen bleiben.
  • Effizienter Workflow: Es minimieren sich die Abstimmungen mit Wettbewerbern und Doppelbesichtigungen durch unterschiedliche Makler, wie es beim Allgemeinauftrag passieren kann.

Die Vorteile bei einem Allgemeinauftrag für Makler

  • Weniger Erfolgsdruck: Mit dem Exklusivvertrag steigt der Erfolgsdruck, da der Makler die einzige Anlaufstelle für den Verkauf oder die Vermietung der Immobilie ist. Gerade bei schwierigen Verkaufsfällen, kann es sich lohnen, mit anderen Maklern zusammenzuarbeiten.
  • Geringeres Haftungsrisiko: Bei nicht erfolgreicher Vermarktung kann der Makler beim Alleinauftrag gegenüber dem Auftraggeber ggf. haftbar gemacht werden. Beim Allgemeinauftrag greift dieses Risiko nicht.
  • Größeres Produktportfolio: Beim Allgemeinauftrag bietet sich oft die Chance, beim Verkauf einer Immobilie mitzuwirken, die man im Alleinauftrag vielleicht gar nicht bekommen hätte.

Wie kommen Sie als Makler an einen Alleinauftrag?

Communication is key! Mit einer sauberen Kommunikation und einem strukturierten Auftreten sorgen Sie bei potenziellen Kunden für ein gutes Gefühl. Klären Sie diese step-by-step über den Prozess auf.

So erklären Sie den Alleinauftrag im Gespräch

Schritt 1: Bedarf verstehen

Fragen Sie:

  • „Was ist Ihnen beim Verkauf besonders wichtig?“
  • „Was darf auf keinen Fall schiefgehen?“

Schritt 2: Risiken des Allgemeinauftrags sichtbar machen

Nicht theoretisch – konkret:

  • Mehrere Preise im Netz
  • Unterschiedliche Exposés
  • Unsicherheit bei Interessenten

Schritt 3: Ihren Prozess zeigen

Zeigen Sie klar:

  • Wie Sie vermarkten
  • Welche Schritte Sie gehen
  • Wie Sie Interessenten führen

Schritt 4: Sicherheit geben

Erklären Sie:

  • Laufzeit
  • Transparenz
  • Reporting

Schritt 5: Entscheidung erleichtern

  • Keine Drucksituation.
  • Sondern: „Das ist der Weg, der für Sie am besten funktioniert.“

Typische Einwände – und wie Sie reagieren

  • „Ich möchte flexibel bleiben.“
    → „Verstehe ich. Genau deshalb ist ein klarer Plan wichtig – damit Sie nicht Zeit verlieren.“
  • „Mehr Makler bringen mehr Käufer.“
    → „In der Praxis sorgt das oft für Verwirrung – nicht für mehr Nachfrage.“
  • „Ich will nichts ausschließen.“
    → „Sie schließen nichts aus. Sie entscheiden sich nur für einen klaren Weg.“

Rechtlich abgesichert mit juristischen Vertragsvorlagen

In onOffice enterprise finden Sie 15 juristisch geprüfte Formular- und Vertragsvorlagen – und auch eine Vorlage zum Makler-Allein-Auftrag mit verschiedenen Provisionsregelungen sowie für die Gewerberaum- und Wohnraummiete.

Vertragsvorlagen

Mann und Frau schauen gemeinsam im Büro auf einen Laptop
Mann und Frau schauen gemeinsam im Büro auf einen Laptop

Fazit: Was ist für Sie als Makler besser: Alleinauftrag oder Allgemeinauftrag?

Welche Vertragsart sich bei der Vermittlung am besten eignet, sollte im Einzelfall geprüft werden. Gerade im Privatimmobilienbereich wird jedoch die Exklusivität eines Alleinauftrages von beiden Vertragsparteien bevorzugt. Je nach Immobilienart kann jedoch auch ein Allgemeinauftrag besser geeignet sein.
Schon vor dem Erstgespräch mit dem Eigentümer lohnt es sich, die Vor- und Nachteile der Vertragsarten abzuwägen, um Sie entsprechend vorlegen zu können. Mit rechtlich geprüften Vorlagen steht einem schnellen Vertragsabschluss dann nichts mehr im Wege.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Vermittlung!

FAQ

Sie haben Planungssicherheit und können Ihre Vermarktung sauber aufbauen.

Oft aus Angst vor Bindung. Oder weil der Unterschied nicht klar erklärt wurde.

Nicht unbedingt. In sehr einfachen Märkten kann er funktionieren – aber selten optimal.

Nicht mit Druck. Sondern mit einem klaren Plan, Transparenz und konkreten Beispielen.

Das hängt vom Objekt ab. Üblich sind drei bis sechs Monate.

Zu viel Fokus auf den Auftrag. Zu wenig Fokus auf den Bedarf des Eigentümers.