Neugründung Makler: Warum so viele Immobilienprofis in den ersten fünf Jahren scheitern – und wie Sie es besser machen
Rund 80 % der Makler, die gerade ihr eigenes Unternehmen gründen, scheitern innerhalb der ersten fünf Jahre auf dem Immobilienmarkt. Der Einstieg in die Selbstständigkeit ist oft herausfordernd: Neben großen Chancen birgt er auch Risiken, die es vielen frisch gegründeten Maklern schwer machen, sich erfolgreich zu etablieren. In diesem Artikel erklären wir Ihnen die häufigsten Gründe, warum Makler in den ersten Jahren aufgeben – und geben praxisnahe Tipps, wie Sie diese Fehler vermeiden und Ihre Neugründung als Makler von Anfang an erfolgreich gestalten.

Inhaltsverzeichnis
- Erste Schritte bei der Neugründung als Makler
- Checkliste für die ersten 90 Tage nach der Maklergründung
- Maklergründung: warum Sie nicht alles allein machen sollten
- Struktur und Zeitmanagement im Arbeitsalltag
- Erfolgreiche Strategien zur Neukundengewinnung
- Finanzielle Fehlplanung als häufige Stolperfalle
- Die 5 häufigsten Fehler bei der Neugründung als Makler
- Anpassungsfähigkeit als Schlüssel zum langfristigen Erfolg
Kurz und Knapp: Maklergründung
- Viele Immobilienmakler scheitern in den ersten Jahren, weil der Start in die Selbstständigkeit unterschätzt wird.
- Fehlende Sichtbarkeit im persönlichen und lokalen Umfeld erschwert den Einstieg erheblich.
- Zu viele Aufgaben gleichzeitig führen bei neuen Maklern schnell zu Überforderung.
- Ohne klare Struktur und festen Arbeitsalltag bleibt der Erfolg oft aus.
- Kontinuierliche Neukundengewinnung ist entscheidend für stabile Umsätze.
- Fehlende Finanzplanung zählt zu den häufigsten Gründen für das frühe Scheitern.
- Anpassungsfähigkeit an Marktveränderungen ist für Makler unerlässlich.
Erste Schritte bei der Neugründung als Makler
Der erste Schritt zum erfolgreichen Maklerunternehmen ist die Bekanntmachung Ihrer Selbstständigkeit. Lassen Sie Ihr ganzes Umfeld wissen, dass Sie jetzt der Ansprechpartner für Immobilien sind, z. B. durch ein kurzes Video in Ihrer Instagram-Story. Freunde und Bekannte verbreiten diese Nachricht wiederum weiter. Auch über Ihren Bekanntenkreis hinaus sollten Sie als Makler bekannt werden, indem Sie beispielsweise in lokalen Vereinen netzwerken oder anderweitig neue Kontakte knüpfen. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie mehr über die ersten Schritte, die Sie als Makler tätigen sollten.
Checkliste für die ersten 90 Tage nach der Maklergründung
Die ersten drei Monate legen den Grundstein für Ihren Erfolg. Nutzen Sie die folgende Checkliste, um strukturiert in Ihre Selbstständigkeit zu starten.
1. Monat: Grundlage und Positionierung
- Gewerbeanmeldung, Erlaubnis nach § 34c GewO und notwendige Versicherungen abschließen
- Rechtsform, Konten und Buchhaltung klären
- Klare Positionierung definieren: In welchem Gebiet und für welche Objekte möchten Sie starten?
- Professionelles Erscheinungsbild aufbauen (Logo, Visitenkarten, E Mail Signatur, Domain)
- Grundstruktur für Ihre digitale Infrastruktur festlegen (Immobiliensoftware, CRM System, E Mail, Cloud Ablage)
- Erste Kontakte im persönlichen Umfeld aktiv nutzen und auf Ihre Maklergründung aufmerksam machen
2. Monat: Sichtbarkeit und Akquise aufbauen
- Eigene Website veröffentlichen oder überarbeiten und für lokale Suchanfragen optimieren
- Profile in relevanten Portalen und sozialen Netzwerken anlegen
- Systematische Strategie zur Neukundengewinnung festlegen (z. B. Telefonakquise, Empfehlungen, Social Media, lokale Kooperationen)
- Mindestens eine feste wöchentliche Akquisezeit einplanen
- Erste Prozessvorlagen in Ihrer Immobiliensoftware anlegen (z. B. Leadbearbeitung, Eigentümerbetreuung, Nachfassaktionen)
3. Monat: Prozesse stabilisieren und auswerten
- Erste Akquiseergebnisse auswerten: Welche Kanäle bringen Ihnen qualifizierte Kontakte?
- Standardisierte Abläufe für Besichtigungen, Erstgespräche und Objektaufnahmen definieren
- Finanzplanung mit realen Zahlen abgleichen und bei Bedarf anpassen
- Feedback von Kunden einholen und in Ihre Abläufe einarbeiten
- Prüfen, welche Aufgaben Sie automatisieren oder auslagern können, um mehr Zeit für Akquise und Beratung zu gewinnen
Wenn Sie strukturiert in die ersten 3 Monate gehen, schaffen Sie eine stabile Basis, auf der Sie langfristig erfolgreich als Maklerunternehmen wachsen können.
Maklergründung: warum Sie nicht alles allein machen sollten
Marketing, Neukundeakquise, Kundentermine und vieles mehr: Im Alltag kommen viele Aufgaben auf Sie zu, die Zeit und Nerven kosten. Natürlich sind all diese Dinge wichtig, aber oft fällt es schwer, sie alleine zu bewältigen. Scheuen Sie sich nicht, zusätzliche Arbeitskraft hinzuzuziehen, die Sie bei Aufgaben unterstützen, die Sie nicht unbedingt selbst ausführen müssen. Insbesondere die Erstellung von Websites und einem aussagekräftigen Internetauftritt ist bei Online Marketing-Experten oft besser aufgehoben. Wenn Sie alles selbst übernehmen möchten, fühlen Sie sich bald überfordert – teilen Sie sich Ihre Kräfte ein.
Struktur und Zeitmanagement im Arbeitsalltag
In Ihrem Alltag als Immobilienmakler gibt es viele verschiedene Tätigkeiten, die Ihre Aufmerksamkeit fordern. Priorisieren Sie Ihre Aufgaben und planen Sie, wie Ihr Tag aussehen soll. Nutzen Sie hierfür am besten einen Kalender. Mit der Maklersoftware onOffice enterprise stehen Ihnen Terminerinnerungen, Terminbestätigungen und über die Aufgabenverwaltung auch das zeitliche Tracken einzelner Aufgaben zur Verfügung. Nutzen Sie Projekte und Aufgaben, um Ihren Arbeitstag zu planen und einen Überblick zu behalten, was an welchem Tag ansteht. So wissen Sie auch im Nachhinein, was an einem bestimmten Tag passiert ist und können Prozesse leicht nachvollziehen.
Erfolgreiche Strategien zur Neukundengewinnung
Ohne neue Immobilieneigentümer machen Sie keinen Umsatz. Unterschätzen Sie hierbei nicht den Arbeitsaufwand, der mit der Neukundengewinnung zusammenhängt. Blockieren Sie feste Zeiträume für bestimmte regelmäßige Aktivitäten, wie z. B. die Neukundenakquise. So bleiben Sie auch nach dem ersten Abschluss konsequent in der Akquise und vermeiden ein sogenanntes Listingloch, in dem Ihnen keine Immobilien mehr zur Verfügung stehen. Mit dem Prozessmanager in onOffice enterprise können Sie wiederkehrende Arbeitsabläufe ideal planen: Das Feature erledigt viele anfallende Schritte automatisch, beispielsweise den Versand von Nachfass-E-Mails oder das Anlegen von Aufgaben. So vergessen Sie auch Kleinigkeiten nicht.
Finanzielle Fehlplanung als häufige Stolperfalle
Bevor Sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, sollten Sie kalkulieren, wie hoch Ihre jährlichen Einnahmen sein müssen, um Ihre Unkosten zu decken. Ziehen Sie hierfür die Verkaufspreise Ihrer Region zurate. Anhand dieser können Sie festlegen, wie viele Immobilien Sie im Jahr verkaufen müssen, um Ihre Fixkosten zu decken. Seien Sie hierbei realistisch und setzen Sie die Zahl lieber ein wenig zu hoch als zu niedrig an, damit Sie nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Erstellen Sie sich vorab einen Businessplan, der Ihren geplanten Umsatz enthält. Lassen Sie sich bei der Erstellung von Experten beraten, damit Ihre Selbstständigkeit auf einem soliden Fundament steht.
Finanzbeispiel für Ihre Maklergündung
Ein einfaches Beispiel zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Mindestumsatz berechnen können, wenn Sie als Makler gründen:
Jährliche Fixkosten:
- Büro, Technik, Software, Versicherungen, Fahrzeug, Marketing und Grundhonorare für Dienstleister:
- Beispiel: 3.000 Euro pro Monat = 36.000 Euro pro Jahr
Durchschnittliche Provision pro Abschluss:
- Angenommen, Sie erzielen im Durchschnitt 10.000 Euro Provision pro verkaufter Immobilie.
Variable Kosten pro Abschluss:
- Marketing für das Objekt, Fahrtkosten, externe Dienstleister (z. B. Fotografie, Energieausweis):
- Beispiel: 2.000 Euro pro Abschluss
Deckungsbeitrag pro Abschluss:
- 10.000 Euro Provision
– 2.000 Euro variable Kosten
= 8.000 Euro Deckungsbeitrag pro Abschluss
Mindestens notwendige Abschlüsse pro Jahr:
- 36.000 Euro Fixkosten
÷ 8.000 Euro Deckungsbeitrag
≈ 4,5 → mindestens 5 Abschlüsse pro Jahr, um die Fixkosten zu decken
Damit Sie nicht nur kostendeckend arbeiten, sondern sich ein stabiles Einkommen aufbauen, sollten Sie mit einer höheren Zahl planen – z. B. mit 8 bis 10 Abschlüssen pro Jahr, je nach persönlichem Einkommensziel. Diese einfache Berechnung hilft Ihnen, Ihre Ziele realistisch zu setzen und Ihre Akquisetätigkeit danach auszurichten.
Die 5 häufigsten Fehler bei der Neugründung als Makler
Wer als Makler gründen will trifft häufig auf typische Stolperfallen. Die folgenden Fehler begegnen einem in der Praxis häufig und lassen sich mit guter Vorbereitung vermeiden.
1. Ohne klare Positionierung starten
Viele neue Makler möchten “alles für alle” anbieten. Ohne klares Gebiet, Zielgruppe und Leistungsversprechen fällt es jedoch schwer, Vertrauen aufzubauen und Empfehlungen zu erhalten. Definieren Sie vorab, wofür Sie stehen und in welchem Marktsegment Sie wahrgenommen werden möchten.
2. Die eigene Sichtbarkeit unterschätzen
Wer im persönlichen Umfeld, lokal und online nicht als Makler erkennbar ist, gewinnt deutlich weniger Aufträge. Fehlende Website, unvollständige Online Profile und keine Präsenz in sozialen Netzwerken bremsen Ihre Maklergründung von Beginn an aus.
3. Kein strukturiertes Zeit- und Aufgabenmanagement
Termine, Objektaufnahmen, Besichtigungen, Nachfassaktionen und Finanzplanung: Ohne klare Struktur verlieren Sie schnell den Überblick. Fehlende Routinen und unstrukturiertes Arbeiten ohne Kalender und Aufgabenlisten können zu verpassten Chancen in der Akquise führen.
4. Unzureichende Finanz- und Liquiditätsplanung
Viele Gründer kalkulieren ihre Fixkosten zu niedrig und überschätzen gleichzeitig die Zahl der Abschlüsse im ersten Jahr. Rücklagen für mehrere Monate und eine realistische Planung von Provisionen, variablen Kosten und Privatentnahmen sind unverzichtbar.
5. Zu viel alleine machen wollen
Vom Logo über die Website bis zur kompletten Buchhaltung: Wer alles selbst erledigt, verliert wertvolle Zeit für Akquise und Kundengewinnung. Prüfen Sie früh, welche Aufgaben Sie auslagern oder mit Hilfe einer Immobiliensoftware automatisieren können, um sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.
Wenn Sie diese Fehler kennen und bewusst vermeiden, erhöhen Sie die Chancen erheblich, dass Sie erfolgreich als Makler gründen und Ihr Unternehmen nachhaltig aufbauen.
Anpassungsfähigkeit als Schlüssel zum langfristigen Erfolg
Der Immobilienmarkt unterliegt häufig Schwankungen. Da ist bei Immobilienmaklern Flexibilität gefragt. Insbesondere in der Ausrichtung der Akquisetätigkeit kann es zu einem Umschwung von Verkäufern auf Käufer kommen. Feste Abläufe sind für den Arbeitsalltag wichtig, sollten jedoch trotzdem so anpassbar sein, dass sie auf verschiedene Situationen anwendbar sind.
Perfekt vorbereitet in die Maklergründung
Die Gründung als Immobilienmakler bringt viele Fragen mit sich. Mit onOffice enterprise meistern Sie alle Etappen effizient und erleichtern sich den Arbeitsalltag von Anfang an. Entdecken Sie, welche Features besonders in der Startphase helfen – und überzeugen Sie sich selbst von unserer Software.


FAQs
Viele Immobilienmakler unterschätzen den Aufwand der Selbstständigkeit. Fehlende Sichtbarkeit, zu wenig Neukundengewinnung, mangelnde Struktur im Arbeitsalltag und eine unzureichende Finanzplanung zählen zu den häufigsten Ursachen.
Ein häufiger Fehler ist der Versuch, alles allein zu erledigen. Neue Makler übernehmen zu viele Aufgaben gleichzeitig und verlieren dadurch Fokus, Effizienz und wertvolle Zeit für Akquise und Kundenbetreuung.
Sichtbarkeit ist entscheidend, besonders in der Anfangsphase. Wer im persönlichen und lokalen Umfeld nicht als Makler wahrgenommen wird, hat es deutlich schwerer, erste Kunden und Empfehlungen zu gewinnen.
Erfolgreiche Makler setzen früh auf eine kontinuierliche Neukundengewinnung. Dazu gehören aktives Netzwerken, lokale Präsenz, Online-Marketing und eine klare Positionierung als Ansprechpartner für Immobilien.
Eine realistische Finanzplanung ist essenziell. Rücklagen, laufende Kosten und unregelmäßige Einnahmen müssen von Beginn an berücksichtigt werden, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.
Für die Neugründung als Makler benötigen Sie in der Regel eine Gewerbeanmeldung und eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung. Zudem sollten Sie Ihre fachliche Qualifikation nachweisen können, etwa durch eine passende Ausbildung, Berufserfahrung oder Weiterbildungen.
Die Höhe des benötigten Startkapitals hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab. Sie sollten mindestens die Fixkosten für mehrere Monate (z. B. Büro, Technik, Immobiliensoftware, Versicherungen, Fahrzeug, Marketing) plus einen Puffer für private Ausgaben einplanen.
Ein CRM System (Customer Relationship Management) unterstützt Sie dabei, Kontakte, Anfragen und Aktivitäten strukturiert zu verwalten. So reduzieren Sie manuelle Listen, vermeiden Doppelarbeit und schaffen von Beginn an skalierbare Prozesse für Ihre Neukundengewinnung.



