Inhaltsverzeichnis

  1. Die aktuelle Marktlage
  2. Immobilienpreise im europäischen Ländervergleich
  3. Teure Metropolen
  4. Mietpreise in Europa
  5. Die aktuelle Zinslage für Immobilienpreise in Europa
  6. Fazit: Die Prognose für die Zukunft

Key Takeaways

  • Die Immobilienpreise in der EU stiegen im vierten Quartal 2025 um 5,5 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Im Euroraum lag der Anstieg bei 5,1 %.
  • Deutschland entwickelte sich mit +3,0 % moderater als der EU-Durchschnitt.
  • Besonders stark stiegen die Preise u. a. in Ungarn, Portugal und Kroatien.
  • Frankreich zeigte zuletzt nur geringe Jahreszuwächse und im Quartalsvergleich rückläufige Preise.
  • Die EZB-Zinsen liegen seit 17. Juni 2026 bei 2,25 % Einlagefazilität, 2,40 % Hauptrefinanzierungssatz und 2,65 % Spitzenrefinanzierungssatz.
  • Deutsche Bauzinsen liegen Ende Juni 2026 meist bei etwa 3,7 bis 4,3 % pro Jahr.

Die aktuelle Marktlage

Der europäische Immobilienmarkt befindet sich 2026 in einer neuen Marktphase. Nach der Korrekturphase infolge steigender Zinsen steigen die Immobilienpreise in vielen Ländern wieder, allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. Laut Eurostat legten die Hauspreise in der EU im vierten Quartal 2025 um 5,5 % gegenüber dem Vorjahr zu. Im Euroraum betrug der Anstieg 5,1 %.

Besonders dynamisch entwickelten sich Märkte wie Ungarn, Portugal, Kroatien und Spanien. Deutschland lag dagegen mit einem Plus von 3,0 % unter dem EU-Durchschnitt. Frankreich zeigte nur ein leichtes Plus von 1,0 % gegenüber dem Vorjahr und verzeichnete im Quartalsvergleich sogar einen Rückgang.

Während sich vor allem Süd- und Osteuropa dynamisch entwickeln, zeigen Deutschland, Österreich und Frankreich eine deutlich verhaltenere Preisentwicklung. Gleichzeitig unterscheiden sich Kauf- und Mietpreise zwischen den europäischen Metropolen teilweise um ein Vielfaches.

Immobilienpreise im europäischen Ländervergleich

Immobilienpreise im europäischen Ländervergleich

Land

Preisentwicklung Q4 2025 ggü. Vorjahr

Einordnung 2026

Ungarn

+21,2 %

Sehr starke Preissteigerung

Portugal

+18,9 %

Hohe Nachfrage, dynamischer Markt

Kroatien

+16,1 %

Starker Aufwärtstrend

Spanien

+12,9 %

Deutlich über EU-Schnitt

Niederlande

+6,2 %

Spürbares Wachstum

Österreich

+3,7 %

Moderate Erholung

Deutschland

+3,0 %

Unter EU-Schnitt

Frankreich

+1,0 %

Seitwärts bis schwach

Finnland

-3,1 %

Rückläufiger Markt

Teure Metropolen

Wer eine Immobilie in Europas Metropolen kaufen möchte, muss weiterhin tief in die Tasche greifen. Besonders hohe Quadratmeterpreise werden aktuell in Städten wie Zürich, Genf, Paris und London erzielt. Auch München gehört weiterhin zu den teuersten Immobilienmärkten Europas. Im Vergleich dazu wirkt Berlin trotz der deutlichen Preissteigerungen der vergangenen Jahre inzwischen moderater.

Nach aktuellen Marktdaten liegen die durchschnittlichen Angebotspreise für Wohnungen im Stadtzentrum in Paris bei rund 14.700 €/m², in München bei etwa 12.900 €/m² und in London bei knapp 19.800 €/m². Berlin erreicht durchschnittlich rund 8.800 €/m², während Frankfurt am Main bei etwa 8.300 €/m² liegt. Besonders hohe Preise werden außerdem in den Schweizer Metropolen erzielt: In Zürich werden durchschnittlich rund 26.500 €/m², in Genf etwa 22.500 €/m² aufgerufen.

Die Preisunterschiede innerhalb Europas bleiben damit erheblich. Während internationale Finanz- und Wirtschaftsstandorte sowie Städte mit knappem Wohnraum weiterhin Höchstpreise erzielen, liegen viele deutsche Großstädte trotz ihres hohen Preisniveaus inzwischen unter den teuersten europäischen Immobilienmärkten. Für Kaufinteressenten lohnt sich deshalb nicht nur der Blick auf das jeweilige Land, sondern vor allem auf die regionale Marktentwicklung der einzelnen Städte.

Quelle: Numbeo, Price per Square Meter to Buy Apartment in City Centre, Datenerhebung der letzten 12 Monate, Stand: Juni 2026.

Mietpreise in Europa

Der europäische Mietmarkt bleibt auch 2026 angespannt. Höhere Finanzierungskosten erschweren vielen Haushalten den Immobilienkauf, wodurch die Nachfrage nach Mietwohnungen insbesondere in den Ballungsräumen weiter hoch bleibt. Gleichzeitig begrenzen ein knappes Wohnungsangebot und eine geringe Neubautätigkeit in vielen Ländern das verfügbare Angebot – mit entsprechend steigenden Mieten.

Besonders hohe Mietpreise werden weiterhin in den Schweizer Metropolen erzielt. Im europäischen Vergleich weist Zürich den höchsten Mietpreisindex auf, gefolgt von Genf, London, Amsterdam und Dublin. Auch Paris, Kopenhagen und Luxemburg zählen zu den teuersten Mietmärkten Europas.

Ein Blick auf die Angebotsmieten für eine Einzimmerwohnung im Stadtzentrum verdeutlicht die Unterschiede: In Amsterdam werden durchschnittlich rund 2.180 €, in Dublin etwa 2.130 €, in Luxemburg rund 1.915 € und in Kopenhagen knapp 1.770 € pro Monat verlangt. Paris liegt bei etwa 1.350 €, Berlin bei rund 1.280 € und Wien bei etwa 1.070 € monatlich. Diese Werte beziehen sich auf durchschnittliche Angebotsmieten und können je nach Stadtteil, Ausstattung und Wohnungsgröße deutlich variieren.

Für Wohnungssuchende bedeutet das: Nicht nur die Höhe der Miete entscheidet über die tatsächliche Belastung, sondern auch das Verhältnis zwischen Mietkosten und Einkommen. Besonders in Städten mit hoher internationaler Nachfrage und begrenztem Wohnraum bleibt die Suche nach bezahlbarem Wohnraum auch 2026 eine große Herausforderung.

Quellen: Global Property Guide (Median Asking Rent Prices, Stand: Juni 2026); Numbeo Rent Index (laufend aktualisiert, Abruf Juni 2026).

Hochhaus von unten fotografiert

Die aktuelle Zinslage für Immobilienpreise in Europa

Die EZB-Zinsen liegen seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 % für die Einlagefazilität, 2,40 % für Hauptrefinanzierungsgeschäfte und 2,65 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Für Immobilienkäufer ist jedoch nicht nur der EZB-Zins entscheidend, sondern vor allem das Niveau langfristiger Bauzinsen. In Deutschland liegen Bauzinsen Ende Juni 2026 je nach Zinsbindung, Beleihung und Bonität meist zwischen etwa 3,7 und 4,3 % pro Jahr, abhängig von Eigenkapitalquote, Bonität und Sollzinsbindung.

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Fazit: Europas Immobilienmärkte entwickeln sich unterschiedlich

Die EZB (Europäische Zentralbank) hat ihre Leitzinsen seit Mitte 2024 schrittweise gesenkt. Die Inflation im Euroraum hat sich gegenüber den Höchstständen der Jahre 2022 und 2023 deutlich abgeschwächt. Dadurch konnte die EZB ihre Geldpolitik schrittweise lockern, auch wenn das Zinsniveau weiterhin über dem der Niedrigzinsjahre liegt. Dennoch bleiben die Finanzierungskosten für Immobilienkäufer deutlich höher als während der Niedrigzinsphase. Zwar haben sich die Kreditbedingungen etwas verbessert, Bauzinsen bewegen sich in Deutschland Ende Juni 2026 jedoch weiterhin überwiegend zwischen 3,7 und 4,3 Prozent und beeinflussen Kaufentscheidungen weiterhin maßgeblich.

Der europäische Immobilienmarkt zeigt 2026 eine zunehmend differenzierte Entwicklung. Während Länder wie Ungarn, Portugal, Kroatien und Spanien weiterhin kräftige Preissteigerungen verzeichnen, entwickeln sich Deutschland, Österreich und Frankreich deutlich verhaltener. Für Immobilienkäufer bleiben Finanzierungskosten ein entscheidender Faktor, auch wenn sich die Kreditbedingungen gegenüber den Vorjahren verbessert haben. Für Immobilienmakler gewinnen deshalb regionale Marktkenntnisse, belastbare Preisdaten und eine realistische Einschätzung der Finanzierungsmöglichkeiten weiter an Bedeutung.

FAQ

Die Preise steigen in vielen europäischen Ländern wieder, allerdings sehr unterschiedlich. Besonders stark wachsen süd- und osteuropäische Märkte, während Deutschland und Frankreich moderater abschneiden.

Nicht generell. Nach Preisrückgängen in den Vorjahren zeigt Deutschland wieder moderate Zuwächse. Im europäischen Vergleich bleibt die Entwicklung aber unterdurchschnittlich.

Zu den dynamischsten Märkten zählen laut Eurostat zuletzt Ungarn, Portugal, Kroatien und Spanien.

Mieten reagieren stark auf Wohnungsknappheit, Neubauaktivität, Zuzug, Regulierung und hohe Finanzierungskosten. Wenn weniger Menschen kaufen können, steigt oft die Nachfrage nach Mietwohnungen.

EZB-Zinsen beeinflussen Finanzierungsbedingungen, aber Immobilienpreise hängen zusätzlich von Angebot, Nachfrage, Einkommen, Baukosten, Regulierung und regionaler Wirtschaftskraft ab.