Wohnungsleerstand Deutschland: Entwicklungen, Ursachen und Perspektiven
Der Wohnungsleerstand Deutschland ist ein Thema, das auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint. Während in vielen Großstädten händeringend Wohnraum gesucht wird, stehen in anderen Regionen tausende Wohnungen leer. Dieses Spannungsfeld prägt den deutschen Wohnungsmarkt stärker denn je.
Der Blick auf aktuelle Daten, regionale Unterschiede und zukünftige Entwicklungen zeigt: Der Leerstand in Deutschland ist kein einheitliches Phänomen, sondern Ausdruck tiefgreifender struktureller Veränderungen.

Inhaltsverzeichnis
- Bedeutung des Wohnungsleerstands für Deutschland
- Überblick zum Thema Wohnungsleerstand in Deutschland
- Entwicklung der Leerstandsquoten in den letzten Jahren
- Regionale Unterschiede: Leerstand und Leerstandsquoten im Vergleich
- Ursachen für Wohnungsleerstand
- Folgen des Wohnungsleerstands für Städte
- Leerstandsquoten verstehen und berechnen
- Bedeutung für die Immobilienbranche
- Die Rolle von Maklern beim Wohnungsleerstand in Deutschland
- Maßnahmen gegen Wohnungsleerstand
- Chancen und Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft
- Fazit
Key Take Aways
- Der Wohnungsleerstand Deutschland ist regional stark gespalten: Mangel in Metropolen, Leerstand in ländlichen Regionen.
- Eine gesunde Leerstandsquote liegt bei 2–3 % – viele Großstädte liegen darunter.
- Sinkende Neubauzahlen verschärfen den Wohnungsmangel weiter.
- Demografischer Wandel und wirtschaftliche Unterschiede treiben den Leerstand in Deutschland.
- Hoher Leerstand belastet Städte wirtschaftlich, sozial und infrastrukturell.
- Gezielte Maßnahmen und strategische Stadtentwicklung sind entscheidend für einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt.
Bedeutung des Wohnungsleerstands für Deutschland
Der Wohnungsmarkt zählt zu den zentralen sozialen und wirtschaftlichen Faktoren in Deutschland. Wohnraum ist nicht nur eine Frage von Angebot und Nachfrage, sondern auch entscheidend für soziale Stabilität, wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität.
Der Leerstand in Deutschland wird beeinflusst von:
- Mietpreisen
- Immobilienwerten
- Stadtentwicklung
- sozialen Strukturen
- kommunalen Haushalten
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist entscheidend. Zu hoher Leerstand schwächt Regionen – zu geringer Leerstand verschärft Wohnungsnot.
Überblick zum Thema Wohnungsleerstand in Deutschland
Der Wohnungsleerstand in Deutschland entwickelt sich aktuell sehr unterschiedlich. Während in einigen Regionen, insbesondere in strukturschwachen ländlichen Gebieten, Wohnungen leer stehen, herrscht in Ballungszentren und Großstädten ein akuter Wohnungsmangel. Prognosen zeigen, dass bis 2027 deutschlandweit bis zu 830.000 Wohnungen fehlen könnten. Bereits Ende 2024 wurde ein Rekordstand von 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen festgestellt. Gleichzeitig sinkt die Zahl der neu fertiggestellten Wohnungen weiter: Von rund 295.000 im Jahr 2022 auf voraussichtlich nur noch 177.000 im Jahr 2027. Diese Entwicklung verschärft die Situation auf dem Wohnungsmarkt deutlich.
Kernaussagen und aktuelle Entwicklungen
- In Großstädten und Ballungsräumen herrscht ein erheblicher Wohnungsmangel, während in einigen ländlichen Regionen Leerstände zunehmen.
- Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen geht kontinuierlich zurück, was die angespannte Marktsituation weiter verschärft.
- Prognosen rechnen bis 2027 mit einer Neubaulücke von bis zu 830.000 Wohnungen.
- Der Wohnungsmangel führt zu steigenden Mieten, sozialer Ungleichheit und einer Verschärfung der Armut in Großstädten.
- Die Corona-Krise und wirtschaftliche Unsicherheiten beeinflussen den Wohnungsmarkt zusätzlich und sorgen für neue Herausforderungen.
Entwicklung der Leerstandsquoten in den letzten Jahren
Von Wohnungsleerstand spricht man, wenn eine Wohnung dauerhaft unbewohnt ist und dem Markt nicht zur Verfügung steht. Man unterscheidet:
- Fluktuationsleerstand (kurzzeitig, z. B. zwischen zwei Mietern)
- Struktureller Leerstand (langfristig, meist regional bedingt)
- Spekulativer Leerstand
Entscheidend für die Bewertung sind die sogenannten Leerstandsquoten. Die Leerstandsquoten sind bundesweit tendenziell rückläufig – jedoch nicht gleichmäßig verteilt.
- Großstädte: sehr geringe Leerstände
- Mittelstädte: moderate Werte
- Ländliche Räume: steigende Leerstände
Die Kombination aus Bevölkerungswanderung und rückläufiger Bautätigkeit prägt diese Entwicklung maßgeblich.
Regionale Unterschiede: Leerstand und Leerstandsquoten im Vergleich
Leerstand in Deutschland: Städte und ländliche Räume
Während Metropolregionen wachsen, kämpfen viele ländliche Gebiete mit Abwanderung und Überalterung. Das führt zu strukturellem Leerstand in Deutschland, insbesondere in ostdeutschen Regionen und wirtschaftlich schwächeren Landkreisen.
Wohnungsleerstand Deutschland Karte: Wo sind die Hotspots?
Würde man sich den Wohnungsleerstand auf einer Karte von Deutschland anschauen, sieht man die geografischen Unterschiede deutlich:
- hoher Leerstand: Teile Ostdeutschlands, strukturschwache Regionen
- niedriger Leerstand: München, Berlin, Hamburg, Frankfurt
Die Karte zeigt klar: Der Wohnungsmarkt ist regional extrem unterschiedlich.
Leerstandsquote Berlin: Besonderheiten der Hauptstadt
Die Leerstandsquote in Berlin liegt seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau. Berlin verzeichnet:
- starken Zuzug
- hohe Nachfrage
- begrenzte Neubautätigkeit
Trotz politischer Maßnahmen bleibt der Markt angespannt.
Wohnungsleerstand Hamburg und Leerstandsquote Hamburg
Der Wohnungsleerstand in Hamburg ist ebenfalls gering. Die Leerstandsquote Hamburgs bewegt sich seit Jahren unterhalb einer gesunden Fluktuationsreserve.
Hamburg profitiert von einer stabilen Wirtschaft, verzeichnet jedoch ebenfalls steigende Mieten.
Leerstandsquote München: Situation in Süddeutschland
Die Leerstandsquote München zählt zu den niedrigsten bundesweit. München gilt als einer der angespanntesten Wohnungsmärkte Deutschlands.
Hohe Kaufpreise, starke Nachfrage und begrenzte Flächen treiben die Entwicklung weiter voran.
Ursachen für Wohnungsleerstand
Demografische Veränderungen
- Abwanderung junger Menschen
- Überalterung der Bevölkerung
- sinkende Haushaltsgrößen
Diese Faktoren führen besonders in ländlichen Regionen zu zunehmendem Leerstand.
Wirtschaftliche Faktoren
- Arbeitsplatzverluste
- Strukturkrisen
- geringere Investitionen
Regionen ohne wirtschaftliche Perspektive verlieren Einwohner – Wohnungen bleiben leer.
Strukturwandel und regionale Entwicklungen
Industrieabbau, Digitalisierung und veränderte Arbeitsmodelle beeinflussen Wohnstandorte erheblich. Homeoffice kann ländliche Räume stärken – aber nicht überall.
Folgen des Wohnungsleerstands für Städte
Wohnungsleerstand hat weitreichende Auswirkungen auf Städte und deren Entwicklung. Die Folgen betreffen sowohl die städtische Infrastruktur als auch die soziale und wirtschaftliche Situation vor Ort. Im Folgenden finden Sie eine strukturierte Übersicht zu den wichtigsten Auswirkungen:
- Wertverlust und Imageprobleme
Leerstehende Wohnungen und Gebäude führen häufig zu Wertverlusten bei angrenzenden Immobilien.
Das Stadtbild leidet unter vernachlässigten oder verfallenden Gebäuden, was das Image der Stadt negativ beeinflusst. - Belastung der städtischen Infrastruktur
Unbewohnte Häuser verursachen dennoch laufende Kosten für Versorgung, Instandhaltung und Sicherheit.
Sinkende Einwohnerzahlen führen dazu, dass Infrastruktur wie Schulen, Kindergärten oder Nahverkehr weniger ausgelastet ist und langfristig gefährdet werden kann. - Soziale Folgen
Wohnungsleerstand kann die Entstehung von Problemvierteln begünstigen, in denen soziale Kontrolle und Nachbarschaftsstrukturen schwinden.
Vandalismus und Einbrüche treten in leerstehenden Gebäuden häufiger auf und erhöhen das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung. - Wirtschaftliche Auswirkungen
Weniger Einwohner bedeuten geringere Steuereinnahmen für die Stadt.
Der lokale Einzelhandel und Dienstleistungssektor leiden unter einem Rückgang der Kaufkraft und sinkender Nachfrage. - Herausforderungen für Stadtentwicklung und Planung
Wohnungsleerstand erschwert die nachhaltige Stadtentwicklung, da Investitionen in Modernisierung und Neubau weniger attraktiv erscheinen.
Die Revitalisierung leerstehender Objekte erfordert gezielte Förderprogramme und innovative Nutzungskonzepte.
Diese Aspekte zeigen, dass Wohnungsleerstand nicht nur ein bauliches oder wirtschaftliches Problem darstellt, sondern die gesamte Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit von Städten beeinflusst. Eine aktive und vorausschauende Stadtentwicklung ist daher entscheidend, um negative Folgen zu vermeiden und neue Perspektiven für die betroffenen Quartiere zu schaffen.

Leerstandsquoten verstehen und berechnen
Was ist der Leerstandsindex?
Der Leerstandsindex misst das Verhältnis leerstehender Wohnungen zum Gesamtbestand einer Region. Er dient als zentrale Kennzahl zur Bewertung des Marktes.
Leerstandsindex berechnen: Methoden und Kennzahlen
Um den Leerstandsindex zu berechnen, wird folgende Formel verwendet:
Leerstandsquote=Leerstehende Wohnungen:Gesamtwohnungsbestand×100
Eine Quote von 2–3 % gilt als marktgerecht (Fluktuationsreserve).
Werte deutlich darüber oder darunter weisen auf strukturelle Probleme hin.
Beispiel:
Stellen wir uns eine Stadt mit 10.000 Wohnungen vor. Davon stehen 300 Wohnungen leer.
Die Berechnung erfolgt mit der oben genannten Formel:
Eingesetzt:
300:10.000×100=3 %
Ergebnis: Die Stadt hat eine Leerstandsquote von 3 %.
Eine Quote von 2–3 % gilt als marktgerecht (sogenannte Fluktuationsreserve). Mit 3 % befindet sich der Wohnungsmarkt also im stabilen Gleichgewicht.
Bedeutung für die Immobilienbranche
Für Investoren, Projektentwickler und Kommunen sind Leerstandsquoten zentrale Entscheidungsgrundlagen.
Sie beeinflussen:
- Investitionsstrategien
- Hohe Leerstandsquoten (z. B. > 5 %): Signalisieren ein hohes Risiko und geringe Mietsteigerungspotenziale. Investitionen konzentrieren sich hier oft auf den Kauf von Bestandsimmobilien zu niedrigeren Preisen, gegebenenfalls mit dem Ziel der Revitalisierung, Umnutzung oder des Rückbaus.
- Niedrige Leerstandsquoten (z. B. < 2 %): Zeigen einen angespannten Markt (z. B. München, Berlin) mit hoher Nachfrage. Dies rechtfertigt höhere Kaufpreise und begünstigt Investitionen in Neubauprojekte oder die Modernisierung hochwertiger Objekte, da eine schnelle Vermietbarkeit und Wertsteigerung erwartet wird.
- Regionale Divergenz: Global agierende Investoren nutzen die regional unterschiedlichen Quoten, um ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen: risikoärmere, wachstumsorientierte Investments in A-Lagen und renditeorientierte, strategische Investments in B- oder C-Lagen.
- Mietpreisprognosen
- Sehr niedrige Quoten (Wohnungsmangel): Führen fast unweigerlich zu steigenden Mieten, da Mieter kaum Ausweichmöglichkeiten haben und der Wettbewerb um verfügbaren Wohnraum hoch ist. Prognosen in diesen Märkten (z. B. Leerstandsquote München) sind auf weitere Mietsteigerungen ausgerichtet, sofern keine regulierenden Maßnahmen oder eine deutliche Ausweitung des Angebots erfolgen.
- Moderate Quoten (Fluktuationsreserve): Sorgen für stabile Mietpreise oder ein moderates Wachstum, das der Inflationsrate entspricht.
- Hohe Quoten (Struktureller Leerstand): Führen zu stagnierenden oder sinkenden Mieten. Prognosen in diesen Regionen müssen oft mit der Erwartung einer Reduzierung der Wohnfläche oder einer Umnutzung verbunden werden, um eine positive Rendite zu erzielen.
- Stadtentwicklungsplanung
- Bei Wohnungsmangel (niedrige Quoten): Die Planung konzentriert sich auf die Förderung des Neubaus (Ausweisung von Baugebieten, beschleunigte Genehmigungsverfahren), die Mobilisierung von Bauland und Maßnahmen zur Verdichtung im Innenbereich (Nachverdichtung).
- Bei hohem Leerstand (struktureller Leerstand): Die Planung fokussiert auf Revitalisierungsprogramme, die gezielte Umnutzung (z. B. Gewerbe zu Wohnen), den Rückbau von nicht mehr benötigtem Wohnraum zur Reduktion von Folgekosten und die Stärkung der regionalen Wirtschaft (Anreize für Unternehmen, Verbesserung der Infrastruktur).
- Infrastrukturplanung: Leerstandsdaten helfen, den künftigen Bedarf an Schulen, Kindergärten, öffentlichen Nahverkehr und Versorgungsleitungen präziser zu planen und Überkapazitäten in schrumpfenden Regionen zu vermeiden.
Die Rolle von Maklern beim Wohnungsleerstand in Deutschland
Immobilienmakler nehmen im Kontext von Wohnungsleerstand in Deutschland eine zentrale Vermittlerrolle zwischen Eigentümern, Mietern, Investoren und Kommunen ein. Sie agieren nicht nur als Vermarktungsexperten, sondern zunehmend auch als strategische Berater in einem regional stark differenzierten Markt.
Marktanalyse und realistische Preisgestaltung
Makler verfügen über detaillierte Kenntnisse lokaler Leerstandsquoten und Nachfrageentwicklungen. Gerade in Regionen mit erhöhtem Leerstand in Deutschland unterstützen sie Eigentümer dabei, marktgerechte Miet- oder Kaufpreise festzulegen. Eine realistische Preisstrategie ist entscheidend, um längere Vermarktungszeiten zu vermeiden und weiteren Wertverlust zu verhindern.
Reduzierung von Vermarktungszeiten
Professionelle Exposés, digitale Besichtigungen, zielgruppengenaue Ansprache und die Nutzung moderner Vermarktungskanäle tragen dazu bei, Leerstände zu verkürzen. In angespannten Märkten wie bei der Leerstandsquote Berlin, der Leerstandsquote München oder dem Wohnungsleerstand Hamburg liegt der Fokus oft auf schneller, effizienter Vermittlung. In strukturschwachen Regionen hingegen geht es stärker um Positionierung und Standortmarketing.
Beratung bei Umnutzung und Revitalisierung
Bei strukturellem Leerstand der Wohnungen in Deutschland beraten Makler Eigentümer zunehmend zu alternativen Nutzungskonzepten:
- Umwandlung von Gewerbe in Wohnraum
- Aufteilung großer Wohneinheiten
- Möblierte Vermietung auf Zeit
- Zielgruppenorientierte Modernisierung
Damit leisten sie einen aktiven Beitrag zur Reduzierung von Leerstand und zur Stabilisierung von Quartieren.
Schnittstelle zwischen Markt und Kommune
Makler fungieren häufig als Informationsquelle für Kommunen, da sie frühzeitig Veränderungen in Angebot und Nachfrage erkennen. Ihre Einschätzungen zu Leerstandsquoten oder lokalen Markttrends können in Stadtentwicklungsstrategien einfließen.
Mehr Zeit für Beratung
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Maßnahmen gegen Wohnungsleerstand
Strategien für Städte und Kommunen
- Förderprogramme zur Sanierung
- Rückbau nicht mehr benötigter Gebäude
- Anreize für Zuzug
- gezielte Wirtschaftsförderung
Beispiele erfolgreicher Revitalisierung und Nachnutzung
- Umwandlung leerstehender Büroflächen in Wohnraum
- kulturelle Zwischennutzung
- Mehrgenerationenprojekte
- Umnutzung ehemaliger Industrieflächen
Solche Maßnahmen zeigen, dass Leerstand auch Chancen bieten kann.
Chancen und Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft
Chancen | Herausforderungen |
|---|---|
Revitalisierung | hohe Baukosten |
innovative Nutzungskonzepte | sinkende Neubautätigkeit |
nachhaltige Quartiersentwicklung | regulatorische Unsicherheiten |
Fazit
Der Wohnungsleerstand Deutschland zeigt ein paradoxes Bild: Während in Großstädten Wohnungen fehlen, kämpfen andere Regionen mit strukturellem Leerstand.
Sinkende Neubauzahlen und steigende Nachfrage verschärfen den Wohnungsmangel in Ballungsräumen, während demografische Veränderungen ländliche Räume unter Druck setzen.
Eine nachhaltige Wohnungsmarktpolitik muss:
- regional differenziert handeln
- Neubau fördern
- Leerstand aktiv managen
- soziale Ausgewogenheit sichern
Nur durch eine Kombination aus Neubau, Revitalisierung und strategischer Stadtentwicklung kann der Leerstand in Deutschland langfristig in ein gesundes Gleichgewicht gebracht werden.
FAQs zum Wohnungsleerstand in Deutschland
Der Wohnungsleerstand in Deutschland liegt je nach Region sehr unterschiedlich. In Großstädten wie München, Berlin oder Hamburg beträgt die Leerstandsquote häufig unter 1–2 %. In strukturschwachen Regionen kann sie hingegen über 8 % liegen. Bundesweit betrachtet zeigt sich ein stark regional differenziertes Bild.
Die Leerstandsquoten werden berechnet, indem die Anzahl leerstehender Wohnungen durch den gesamten Wohnungsbestand geteilt und anschließend mit 100 multipliziert wird:
Leerstandsquote = (Leerstehende Wohnungen / Gesamtbestand) × 100
Eine Quote von etwa 2–3 % gilt als marktgerecht, da sie als notwendige Fluktuationsreserve dient.
Ein gesunder Leerstand liegt bei rund 2 bis 3 Prozent. Dieser sogenannte Fluktuationsleerstand ermöglicht Umzüge und sorgt für Marktbewegung. Liegt die Quote deutlich darunter, herrscht Wohnungsmangel. Liegt sie deutlich darüber, spricht man häufig von strukturellem Leerstand.
Der scheinbare Widerspruch beim Leerstand in Deutschland entsteht durch regionale Unterschiede. Während in ländlichen Gebieten Wohnungen leer stehen, fehlen sie in Ballungszentren. Gründe sind Zuzug in Großstädte, wirtschaftliche Unterschiede und demografische Veränderungen.
Hohe Leerstände finden sich vor allem in strukturschwachen ländlichen Regionen, in einigen Gebieten Ostdeutschlands sowie in Regionen mit Bevölkerungsrückgang. Eine Karte über den Wohnungsleerstand von Deutschland zeigt diese regionalen Unterschiede besonders deutlich.
Kurzfristig ist keine grundlegende Entspannung zu erwarten. Ohne politische Maßnahmen, stärkere Neubauförderung und regionale Ausgleichsstrategien dürfte sich die Kluft zwischen Wohnungsmangel in Städten und Leerstand in ländlichen Regionen weiter vergrößern.




