Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Aufgaben übernehmen selbstständige Immobilienmakler?
  2. Welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen?
  3. Welche Rechtsform eignet sich für selbstständige Immobilienmakler?
  4. Rechtsform, § 34c, Gewerbeanmeldung, Kosten, Versicherungen und Businessplan
  5. Welche Unterlagen brauchen Sie für die Maklererlaubnis?
  6. Kosten und Startkapital planen
  7. Versicherungen und Weiterbildung beachten
  8. Businessplan, Zielgruppe und Marke entwickeln
  9. Marke, Website und Akquise aufbauen
  10. Checkliste: die ersten 90 Tage nach der Gründung
  11. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Gründung entscheidet vor allem die Umsetzung:
  • Eine klare Positionierung macht Ihr Maklerbüro greifbar.
  • Website, Google Business Profile und lokale Sichtbarkeit schaffen Vertrauen.
  • Akquise braucht feste Routinen und mehrere Kanäle.
  • Ein CRM-System hält Leads, Kontakte und Follow-ups sauber zusammen.
  • Standardisierte Prozesse sparen Zeit im Tagesgeschäft.
  • In den ersten 90 Tagen sollten Sie Netzwerk, Objektakquise und Liquidität eng im Blick behalten.

Welche Aufgaben übernehmen selbstständige Immobilienmakler?

Selbstständige Immobilienmakler übernehmen nicht nur die Vermittlung von Immobilien, sondern auch die unternehmerische Verantwortung für Akquise, Bewertung, Vermarktung, Kundenberatung, Verhandlungen und administrative Abläufe.

Zu den zentralen Aufgaben gehört die Akquisition von Immobilienangeboten. Dazu recherchieren Sie potenzielle Verkaufsobjekte, bauen Kontakte zu Eigentümern auf, pflegen Ihr Netzwerk und entwickeln eine regionale Marktpräsenz. Ebenso wichtig ist die professionelle Bewertung von Immobilien, damit Verkäufer realistische Preise ansetzen und Interessenten verlässliche Informationen erhalten.

Im Tagesgeschäft erstellen Sie Exposés, organisieren Besichtigungen, begleiten Verhandlungen und koordinieren die rechtliche Abwicklung bis zum Vertragsabschluss. Hinzu kommen Buchhaltung, Dokumentation, Datenschutz, Marketing, Kundenkommunikation und die laufende Weiterentwicklung Ihres Unternehmens.

Welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen?

Für den Einstieg als Immobilienmakler ist keine bestimmte Ausbildung gesetzlich vorgeschrieben. Erfolgreich wird die Selbstständigkeit aber vor allem dann, wenn fachliche Vorbereitung, persönliche Eignung und unternehmerisches Denken zusammenkommen.

  • Kommunikationsstärke: Sie stehen dauerhaft mit Eigentümern, Käufern, Mietern, Dienstleistern und Behörden in Kontakt.
  • Verkaufstalent: Sie müssen Immobilien überzeugend präsentieren, Einwände einordnen und Verhandlungen professionell führen.
  • Marktverständnis: Regionale Preisentwicklungen, Nachfrage, Wettbewerb und Zielgruppen sollten regelmäßig analysiert werden.
  • Organisation: Termine, Unterlagen, Fristen, Leads und Kundenkommunikation müssen zuverlässig verwaltet werden.
  • Lernbereitschaft: Rechtliche Vorgaben, Markttrends und digitale Vermarktung ändern sich laufend.
  • Unternehmerisches Denken: Als Selbstständiger tragen Sie Verantwortung für Umsatz, Kosten, Positionierung und Wachstum.

Welche Rechtsform eignet sich für selbstständige Immobilienmakler?

Die passende Rechtsform hängt von Haftungsrisiko, Startkapital, steuerlicher Situation, geplanter Unternehmensgröße und Außenwirkung ab. Lassen Sie sich vor der Gründung steuerlich und rechtlich beraten, weil die Wahl langfristige Folgen für Haftung, Buchhaltung und Finanzierung haben kann.

Kapitalgesellschaften wie UG oder GmbH können das Privatvermögen besser vom Unternehmensvermögen trennen. Für Gründer mit geringem Risiko und kleiner Struktur kann aber auch ein Einzelunternehmen ein praktikabler Einstieg sein.

Rechtsform Immobilienmakler

Rechtsform

Geeignet für

Wichtige Hinweise

Einzelunternehmen

Einzelgründer mit überschaubarem Start

Einfacher Start, aber persönliche Haftung mit Privatvermögen

GbR

Gründung mit mehreren Personen

Relativ unkompliziert, aber persönliche Haftung der Gesellschafter

UG

Kapitalgesellschaft mit geringem Startkapital

Haftungsbeschränkung möglich, aber strengere Buchhaltungs- und Publizitätspflichten

GmbH

Wachstumsorientierte Maklerbüros

Professionelle Außenwirkung und Haftungsbeschränkung, aber höheres Stammkapital und mehr Verwaltungsaufwand

Rechtsform, § 34c, Gewerbeanmeldung, Kosten, Versicherungen und Businessplan

Falls Rechtsform, § 34c-Erlaubnis oder Gewerbeanmeldung noch offen sind, klären Sie diese Punkte vor dem operativen Start. Die vollständige Vorbereitung behandelt unser Beitrag „Existenzgründung für Immobilienmakler“. Details zu Unterlagen, Reihenfolge und Gewerbeschein finden Sie im Beitrag „Gewerbeschein für Immobilienmakler“.

Welche Unterlagen brauchen Sie für die Maklererlaubnis?

Bei juristischen Personen wie einer GmbH oder UG müssen die erforderlichen Nachweise in der Regel für die Geschäftsführung oder gesetzlichen Vertreter eingereicht werden. Bei Personengesellschaften kann die Erlaubnis für jeden geschäftsführenden Gesellschafter erforderlich sein.

Welche Unterlagen brauchen Sie für die Maklererlaubnis?

Unterlage

Wofuer sie benötigt wird

Hinweis

Personalausweis oder Reisepass

Identitätsnachweis

Meist als Kopie einzureichen

Polizeiliches Führungszeugnis

Prüfung der persönlichen Zuverlässigkeit

Häufig Belegart für Behördenzwecke

Auszug aus dem Gewerbezentralregister

Behördliche Zuverlässigkeitsprüfung

Kann je nach Behörde direkt angefordert werden

Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts

Nachweis geordneter steuerlicher Verhältnisse

Beim zuständigen Finanzamt beantragen

Auszug aus Schuldner- oder Vollstreckungsregister

Prüfung der Vermögensverhältnisse

Anforderungen unterscheiden sich regional

Bescheinigung des Insolvenzgerichts

Nachweis, dass kein relevantes Insolvenzverfahren besteht

Bei juristischen Personen oft für Vertretungsberechtigte erforderlich

Kosten und Startkapital realistisch planen

Die Kosten für den Start als Immobilienmakler variieren je nach Standort, Rechtsform, Behörde, Bürostruktur und Marketingstrategie. Planen Sie deshalb nicht nur die Erlaubnisgebühren, sondern auch laufende Betriebskosten ein.

Tipp: Erstellen Sie vor der Gründung einen Finanzplan mit einmaligen Startkosten, monatlichen Fixkosten, geplantem Umsatz, Liquiditätsreserve und realistischen Abschlusswahrscheinlichkeiten. Gerade im Maklergeschäft können Einnahmen unregelmäßig eintreffen.

Kosten und Startkapital

Kostenposition

Typischer Inhalt

Planungshinweis

Gewerbeanmeldung

Gebühr der Kommune

Je nach Gemeinde unterschiedlich; vor Ort prüfen

Maklererlaubnis § 34c GewO

Bearbeitungsgebühr der zuständigen Stelle

Kann je nach Behörde, Rechtsform und Tätigkeitsumfang deutlich variieren

Nachweise und Registerauszüge

Führungszeugnis, Gewerbezentralregister, Bescheinigungen

Kleine Einzelgebühren summieren sich

Rechts- und Steuerberatung

Rechtsform, Verträge, Buchhaltung, steuerliche Fragen

Besonders bei UG/GmbH sinnvoll.

Weitere Start- und laufende Kosten

Versicherungen

Berufshaftpflicht oder Vermögensschadenhaftpflicht, Betriebshaftpflicht

Schützt vor hohen finanziellen Risiken

Technik und Software

Maklersoftware, Website, CRM, E-Mail, Telefon, Exposé-Tools

Von Beginn an professionell einplanen

Marketing und Akquise

Website, Portale, Anzeigen, Farming, Social Media, Netzwerkaufbau

Gerade in den ersten Monaten zentral für Leads

Laufende Fixkosten

Miete, Mobilität, Buchhaltung, Beiträge, Weiterbildung

Mindestens mehrere Monate Liquiditätsreserve einplanen

Businessplan, Zielgruppe und Spezialisierung festlegen

Ein Businessplan hilft Ihnen, Ihr Maklerbüro strategisch aufzubauen und nicht nur von einzelnen Kontakten abhängig zu sein. Er ist außerdem wichtig, wenn Sie Finanzierung, Fördermittel oder Bankgespräche vorbereiten.

  • Positionierung: Möchten Sie Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien, Kapitalanlagen, Luxusimmobilien oder eine bestimmte Region fokussieren?
  • Zielgruppe: Arbeiten Sie vor allem mit Eigentümern, Käufern, Investoren, Bauträgern oder Vermietern?
  • Wettbewerb: Welche Makler sind in Ihrer Region sichtbar und wie unterscheiden Sie sich?
  • Leistungsangebot: Welche Services bieten Sie rund um Bewertung, Vermarktung, Besichtigung und Verkaufsabwicklung?
  • Umsatzmodell: Welche Provisionen, Abschlussquoten und Vertriebszyklen sind realistisch?
  • Finanzplanung: Welche Kosten entstehen monatlich und wie lange reicht Ihre Liquiditätsreserve?

Marke, Website und Akquise aufbauen

Ihre Marke zeigt Eigentümern, warum sie gerade mit Ihnen arbeiten sollten. Formulieren Sie deshalb klar, welche Immobilien, Regionen oder Zielgruppen Sie betreuen. Halten Sie diese Positionierung auf Website, Exposé, Social Media und in Ihrer Erstberatung einheitlich.

Ihre Website sollte schnell zeigen, wer Sie sind, welche Leistungen Sie bieten und wie Eigentümer Kontakt aufnehmen. Ergänzen Sie lokale Inhalte, Referenzen, eine Bewertungsseite und klare Kontaktwege. Ein gepflegtes Google Business Profile stärkt Ihre Sichtbarkeit vor Ort.

Für die Akquise lohnt sich ein fester Wochenrhythmus. Kombinieren Sie persönliche Empfehlungen, Netzwerkpflege, regionale Inhalte, Eigentümeransprache, Newsletter und Suchmaschinenoptimierung. Entscheidend ist nicht ein einzelner Kanal, sondern die verlässliche Routine.

Immobiliensoftware frühzeitig einplanen

Mit einer professionellen Immobiliensoftware verwalten selbstständige Makler Kontakte, Objekte, Exposés, Portalanbindungen, Termine, E-Mails, Aufgaben und Nachweise. Gerade in der Gründungsphase verhindert ein strukturiertes System, dass Leads, Dokumente oder Fristen verloren gehen.

Wenn Sie Ihr Maklerbüro von Anfang an digital organisieren, können Sie Prozesse schneller standardisieren: von der Objektaufnahme über die Vermarktung bis zur Kundenkommunikation. Das spart Zeit und sorgt für ein professionelleres Kundenerlebnis.

Die richtige Immobiliensoftware

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Lächelnder Mann vor Laptop
Lächelnder Mann vor Laptop

Checkliste: Die ersten 90 Tage nach der Gründung

Tag 1 bis 30: Grundlagen ordnen

  • Positionierung und Leistungsangebot finalisieren.
  • Website, Google Business Profile und E-Mail-Signatur prüfen.
  • CRM-System einrichten und Kontakte sauber strukturieren.
  • Netzwerk aus Eigentümern, Handwerk, Finanzierung und Notariat aktivieren.
  • Erste Akquise-Routinen für Empfehlungen, Telefonate und lokale Sichtbarkeit planen.

Tag 31 bis 60: Erste Aufträge gewinnen

  • Eigentümer gezielt ansprechen und Beratungstermine vereinbaren.
  • Bewertungs- und Exposé-Prozesse standardisieren.
  • Follow-ups konsequent dokumentieren.
  • Lokale Inhalte veröffentlichen, z. B. Marktberichte oder Ratgeber.
  • Einnahmen, Ausgaben und Abschlusswahrscheinlichkeiten wöchentlich prüfen.

Tag 61 bis 90: Prozesse verbessern

  • Erfolgreiche Akquisewege auswerten.
  • Wiederkehrende Aufgaben automatisieren.
  • Kundenkommunikation, Vorlagen und Nachweise vereinheitlichen.
  • Erste Referenzen aktiv einholen.
  • Nächste Wachstumsschritte planen, etwa zusätzliche Portale, Marketingmaßnahmen oder freie Mitarbeit.

Typische Fehler in den ersten Monaten

  • Zu breite Positionierung ohne klares Profil.
  • Zu wenig Zeit für Objektakquise und Netzwerkpflege.
  • Leads ohne feste Follow-up-Routine.
  • Unklare Prozesse für Bewertung, Exposé und Besichtigung.
  • Zu hohe Fixkosten bei unsicheren Einnahmen.
  • Website und lokale Sichtbarkeit erst zu spät aufbauen.

Fazit

Die Selbstständigkeit als Immobilienmakler bietet große unternehmerische Freiheit, verlangt aber eine sorgfältige Vorbereitung. Wer § 34c-Erlaubnis, Gewerbeanmeldung, Rechtsform, Finanzierung, Versicherung, Weiterbildung, Marke und Akquise strukturiert angeht, schafft eine belastbare Grundlage für das eigene Maklerbüro.

Mit einer klaren Positionierung, professionellen Prozessen und der passenden Immobiliensoftware können Sie von Beginn an effizient arbeiten und Ihren Kunden einen verlässlichen, modernen Maklerservice bieten.

FAQ: Selbstständig als Immobilienmakler

Nein, eine bestimmte Ausbildung ist für Immobilienmakler in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Fachwissen ist dennoch sehr wichtig, weil Sie Eigentümer, Käufer und Mieter rechtssicher und professionell begleiten müssen.

Für die gewerbliche Vermittlung oder den Nachweis von Immobilienverträgen benötigen Sie in der Regel eine Erlaubnis nach § 34c GewO. Die zuständige Behörde prüft unter anderem persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse.

Die Kosten hängen stark von Behörde, Rechtsform, Standort und Geschäftsmodell ab. Neben Gewerbeanmeldung und § 34c-Erlaubnis sollten Sie auch Nachweise, Beratung, Versicherungen, Software, Website, Marketing und laufende Fixkosten einkalkulieren.

Ja. Immobilienmakler müssen nach geltenden Berufspflichten regelmäßig Weiterbildungen absolvieren. Üblich sind 20 Zeitstunden innerhalb von drei Jahren; Details und Nachweispflichten sollten Sie bei Ihrer zuständigen IHK oder Behörde prüfen.

Besonders wichtig ist eine Berufshaftpflicht- oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, weil Beratungsfehler, fehlerhafte Unterlagen oder Fristversäumnisse hohe Schäden verursachen können.

Sinnvoll ist eine Maklersoftware, die Objektverwaltung, Kontaktverwaltung, Exposé-Erstellung, Portalanbindung, E-Mail-Kommunikation, Aufgaben und Dokumentation bündelt.